ausgeführt worden. Die Eingeborenen erregten natürlich bei der Mehrzahl der Besucher das grösste Interesse, denn der »Wilde« war ihnen noch niemals so greifbar nahe gebracht wie hier. Die originelle und malerisch wirkungsvolle Kolonialhalle wies ferner eine sehr grosse Frequenz auf. Während der Besuch der übrigen Hallen sich täglich auf einige hundert Besucher beschränkte, stieg die Besucherzahl der Kolonialhalle des Sonntags sogar auf 7 8000,
so dass sie sich an solchen Tagen als viel zu klein erwies. Durch die Kolonialhalle und die ethnographische Ausstellung glaubt der Arbeitsausschuss in erster Linie zur Popularität der Kolonial-Ausstellung beigetragen zu haben.
Ueber die Finanzierung des Unternehmens ist bereits auf Seite 8 einiges mitgeteilt worden; wir geben hier eine Uebersicht der Aufwendungen, soweit sie zur Zeit möglich ist.
Die für das Unternehmen flüssig gemachten Kapitalien betrugen:
1. für rein koloniale Zwecke 200 000 Mk., welche auf Grund eines Vertragsschlusses von den Unternehmern, welchen die finanzielle Verwertung der Einrichtungen der Kolonial-Ausstellung dagegen abgetreten wurden, zur Verfügung gestellt wurden.
2. Etwa 150000 Mk., welche von diesen Unternehmern für die Bauten etc. des kommerziellen Teiles in das Unternehmen hineingesteckt wurden, und
3. etwa 70 OOO Mk., welche Kolonialfreunde für rein koloniale Zwecke zur Verfügung gestellt haben. 1 und 3 waren aus den Einnahmen, soweit dieselben ausreichten, zurückzuerstatten.
Einen allgemeinen Ueberblick über die Finanzlage bieten immerhin die bis jetzt aufgestellten Einnahmen und Ausgaben.
Es wurden verausgabt:
für Künstlerhonorare.
für Handlungsunkosten einschl. Ge-
Mark
15 746,00
hälter für Büreaupersonal .
55
73 847,02
für Löhne der Aufseher u. Kassierer
55
45 202,10
Eingeborene .
55
107 336,41
für Bauten.
55
219 410,28
für Sammlungen.
55
49 448,88
für Gartenanlagen.
55
4 i 527,95
für Be- und Entwässerung ....
55
6638,15
für Beleuchtung.
55
13 919,50
für Musik.
55
31 298,00
für Reklame.
55
16 485,84
für Feuerversicherung.
55
1 993,74
für Prozess- und Gerichtskosten . .
55
4 639,54
für das Ausstellungswerk ....
55
15 000,00
für Verschiedenes.
55
3 i 84,74
Summa der Ausgaben:
Mark 645 678,15
Dagegen wurden vereinnahmt:
an Eintrittsgeldern.Mark 545 767,36
an Platzmiethen. >> 1 59 9 ° 6,63
an verschiedenen Zuwendungen . . 8 597,60
an verschiedenen Einnahmen . . . _ 7 3 5>3 5
Summa der Einnahmen: Mark 714996,94
Vorhanden sind ausserdem als Eigentum der Ausstellung noch die sehr umfangreichen Bestände, da dieselben bis jetzt noch nicht verkauft worden sind.
Im allgemeinen sind die Herren Aussteller mit den Erfolgen, welche erzielt worden sind, zufrieden gewesen, und auch die Pächter sind mit wenigen Ausnahmen auf ihre Rechnung gekommen.
Die Prämiirung.
Im September wurde aus dem Kreise der Aussteller heraus ein Preisrichter-Kollegium gebildet, welches unter dem Ehren-Präsidium Sr. Excellenz des Herrn Staatsministers von Hofmann am 3. Oktober 1896 zu einer ersten konstituierenden Sitzung zusammentrat und die verschiedenen Kommissionen zur Prüfung und Begutachtung der einzelnen Gruppen einrichtete.
Kollegium der Herren Preisrichter.*)
Ehren - Präsidium:
K. von Iiofmann, Excellenz, Staatsminister, Staatssekretär a. D., Nürnbergerstrasse 69.
Gruppe I.
Koloniale Produkte, Modelle, sowie Wohlfahrtseinrichtungen, von Gliimer, Sekretär der Zentralstelle für Wohlfahrtseinrichtungen, Schillstrasse 16.
R. Haack, Civil-Ingenieur, Charlottenburg, Kantstrasse 162. Ernst Vohsen, Konsul a. D., Anhaltstrasse 12.
Gruppe II.
Maschinen, Maschinenteile, Haushaltungs-Maschinen.
F. Brutschke, Ingenieur, Charlottenburg, Strasse 12 a, 27, Ecke Pestalozzistrasse.
R. Cramer, Civil-Ingenieur, Königgrätzerstrasse 101.
A. Hörmann, Professor an der Königl. technischen Hochschule, Passauerstrasse 41.
A. Putsch, Civil-Ingenieur, Schadowstrasse 12/13.
L. Veitmeyer, Geh. Baurat, Vorsitzender des Vereins deutscher Ingenieure, alte Jakobstrasse 126.
Gruppe III.
Bauwesen, Apparate und Materialien für Telegraphie und Telephonie.
J. Ehricke, Telegraphen-Ingenieur, Lichterfelde, Prinzenstrasse 2. O. Klau, Architekt, Adalbertstrasse 51.
E. Saal, Regierungs-u. Baurat im Ministerium d. öffentl. Arbeiten, Bayreutherstrasse 22.
Gruppe IV.
Sport und Jagd, Hygiene, Schreibmaterialien und Papier.
K. Däubler, Dr., Stabsarzt a. D., Tegel.
W. Gronauer, Dr„ pr. Arzt, Neu-Weissensee, Königs-Chaussee 34. Willibald Gebhardt, Dr., Lützowstrasse 88.
A. Honig, Fabrikant, Stallschreiberstrasse 27/28.
Georg Kühn (in Firma Reinhold Kühn), Fabrikant, Leipzigerstrasse 115.
*) Die gesperrt gedruckten Namen sind die der Gruppen-Vorsitzenden.
356