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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung / hrsg. von dem Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung ... Red.: Gustav Meinecke ... Zeichn.: Rudolf Hellgrewe
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ie Kolonial-Aus- stellung ist nach jeder Richtung hin ein grosser und vor allen Dingen nachhaltiger Erfolg gewesen, der sich auch auf den verschieden­sten Gebieten geäussert hat. Zwar hat das schlechte Wetter des nassen Sommers der Ausstellung empfindlichen Abbruch gethan, aber wenn die Besuchsziffer mehr als zwei Millionen betrug, so bewies dies eben die grosse An­ziehungskraft des in reicher Fülle gebotenen überraschen­den Materials. Schon der Mai setzte mit 213297 Besuchern ziemlich günstig ein und beson­ders an Sonntagen war der Besuch äusserst lebhaft, aber die nächsten Monate zeigten erst den Grad der Popularität, welchen die Ausstellung er­reicht hatte. Der Juni zählte 252255, der Juli 327 780, der August 361 645, der September 511 071, der Oktober noch 362 167 Be­sucher. Der Eintrittspreis war 50 Pfennig, und wenn

er auch an den meisten Tagen auf 30 Pfennig ermässigt wurde, so war dabei doch nicht ausser Acht zu lassen, dass ausserdem noch 50 Pfennig für den Besuch der Gewerbe-Ausstellung bezahlt werden mussten. Nur an den sogenannten kombinierten Tagen, welche erst später eingeführt wurden, war der Eintrittspreis für die Gewerbe-Ausstellung und die Sonder-Ausstellungen auf eine Mark festgesetzt. An solchen Tagen schwoll die Besuchsziffer geradezu unheimlich an, so besuchten am 13. September 120 362 Personen, die höchste je erreichte Ziffer, die Ausstellung.

Eine neue, für die Entwickelung des kolonialen Interesses nicht zu unterschätzende Einrichtung war die den Schülern der Gemeindeschulen gegebene Möglichkeit, bei einem nominellen Eintrittspreis die Ausstellung unter Führung der Lehrer besichtigen zu können. 26 587 Schulkinder wurden durch die Aus­stellung geführt, und wer da weiss, wie sehr bei der Jugend gewisse fremdartige Eindrücke haften bleiben, wird diesem Schritte seine Anerkennung nicht versagen. Der hohe Protektor der Ausstellung, welcher einige unerwartete Schwierigkeiten wegräumte, und dem Herrn Oberschulrat Bertram, der auf die Anregung bereit­willigst einging, sprechen wir noch an dieser Stelle unsern Dank aus. Auch die Arbeiter einiger Fabriken, welchen besondere Vergünstigungen zugesagt waren, benutzten diese Gelegenheit, sich über koloniale Be­strebungen zu unterrichten.

Ueber die Besucherzahl der einzelnen Ausstellungs­hallen sind durch das Aufsichtspersonal Zählungen

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