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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung / hrsg. von dem Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung ... Red.: Gustav Meinecke ... Zeichn.: Rudolf Hellgrewe
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befindlichen Bibliothek, welche die auf die deutschen Schutzgebiete bezügliche neuere Litteratur enthielt, über die deutschen Schutzgebiete und koloniale Fragen über­haupt und über die einzelnen Ausstellungsgegenstände in der gewünschten Richtung zu orientieren. In der Lesehalle wurde dem besuchenden Publikum der von derDeutschen Kolonialgesellschaft herausgegebene kleine Kolonialatlas unentgeltlich verabfolgt; es wurden die Anmeldungen zum Eintritt in die Gesellschaft entgegen­genommen und soweit als möglich Auskünfte erteilt. Es hatten dort ferner Aufstellung gefunden die Portraits der beiden Präsidenten der Kolonialgesellschaft und die Büsten hervorragender Afrikaforscher, während zwei Karten in graphischer Darstellung die Verbreitung der Deutschen Kolonialgesellschaft über Deutschland beziehungsweise über den Erdball zur Anschauung brachten. Der Besuch der Lesehalle war zu Zeiten ein äusserst reger; besonders zu erwähnen ist noch, dass auf Anregung des Herrn Präsidenten den Schülern der Eintritt zur Kolonial-Ausstellung unter leichten Be­dingungen ermöglicht worden ist, so dass man hoffen kann, auch auf unsere heranwachsende Generation in dem kolonialen Sinne günstig eingewirkt zu haben.

Die Ausstellung der evangelischen Missionen.

Von A. Merensky.

In der Missionsabteilung der Kolonial-Ausstellung hatten die deutschen Missionsgesellschaften, deren Ar­beiter in deutschen Kolonien stehen, ihre Thätigkeit und deren Erfolge nach Vermögen veranschaulicht. Der Gedanke, dass dies geschehen solle, war nicht von diesen Gesellschaften ausgegangen, sondern von dem Vertreter derselben im Kolonialrate, Excellenz Dr. von Jacobi, der zugleich in Angelegenheit der evan­gelischen Missionen Berater des Reichskanzlers ist. Seine Verhandlungen mit dem Ausschuss der evan­gelischen Missionen fanden das bereitwilligste Entgegen­kommen und führten schnell zu einem gemeinsamen Handeln. Die nötigen Vereinbarungen mit dem Aus­wärtigen Amt, dem Arbeitsausschuss der Kolonial-Aus- stellung und den verschiedenen Missionsgesellschaften wurden dem Schreiber dieser Zeilen übertragen. Eile that not; denn schon war der Oktober vorigen Jahres herangekommen, und die Zeit von sechs Monaten, über die bis zur Eröffnung der Ausstellung verfügt werden konnte, war so kurz, dass nur durch schnelles und ein­heitliches Handeln ein Erfolg erzielt werden konnte. Es erschien auch wünschenswert, die nichtdeutschen evangelischen Missionen, die in unseren Kolonien ar­beiten, heranzuziehen, wobei ausser englischen Gesell­schaften eine australische und eine amerikanische Ge­sellschaft in Betracht kamen. Die Verhandlungen mit ihnen und die Benachrichtigung der Missionare draussen

von seiten der deutschen Missionsvorständc nahmen so viel Zeit in Anspruch, dass das schnellste Tempo ge­boten war.

Bei den in Betracht kommenden deutschen Gesell­schaften fand das Unternehmen sofort kräftige Förde­rung, und auch die Mission der amerikanischen Pres­byterianer (Board of F. M. of the Iresb. Ch. in the U. S. A.) und der australischen Wesleyaner (Austral- asian Weslevan Meth. Miss. Soc. Sydney) bekundeten bald durch Zusendung von zweckdienlichen Gegen­ständen lebhafte Teilnahme. Jene arbeitet im südlichen Teil unseres Kamerungebietes, in Batanga; diese unter­hält ein ausgedehntes Werk auf dem deutschen Bismarck- Archipel. Ablehnend verhielten sich die in Betracht kommenden englischen Missionen, die Church Mission (Deutsch - Ostafrika), die Universitäten- (Deutsch - Ost­afrika), die Melanesischc Mission (Salomonsinseln) und die amerikanisch - hawaiische (Marshall-Archipel). Um deren Arbeiten vorzuführen, mussten wir selbst Karten anfertigen lassen und Bücher und Bilder durch Kauf erwerben. An der Bestreitung der nicht unbe­trächtlichen Kosten beteiligten sich die meisten deut­schen Missionskonferenzen mit ansehnlichen Beiträgen. Bei Aufstellung des Planes wurde beschlossen, auf das Ausstellen ethnographischer Curiosa zu verzichten, teils weil man annehmen durfte, dass andere Aussteller solche in genügender Menge beibringen würden, teils weil sie den Missionsbetrieb nicht veranschaulichen. Ausge­nommen sollten nur solche sein, welche zu dem reli­giösen Leben des betreffenden Heidenvolkes in erkenn­barer Beziehung stehen. Karten sollten die Lage der Stationen, und Bilder die Arbeitsstätten und die Arbeit selbst veranschaulichen. Besonders sollte die Litteratur vertreten sein: Bücher, die in den Sprachen der Ein­

geborenen erschienen sind, sowie Lehrbücher über diese Sprachen; daneben Veröffentlichungen der Ge­sellschaften über ihre Arbeit oder Arbeiten von Ein­geborenen. Modelle von Häusern, Kirchen und Fahr­zeugen sollten das Ganze vervollständigen. Der für die Missionsausstellung vorbehaltene Raum hat sich schliesslich als zu eng erwiesen. Wir selbst hatten nicht den Mut besessen, um Ueberlassung grösserer Flächen einzukommen, denn es war unmöglich vorher zu sagen, was an Ausstellungsgegenständen schliesslich Zusammen­kommen werde. Zuletzt war eine solche Fülle ein­gegangen, dass wir recht gut den doppelten Raum hätten brauchen können. Die Enge gebot ein Zu­sammenhäufen der Gegenstände, die dem Eindruck des Ganzen Eintrag that und die das Besichtigen der ein­zelnen Stücke erschwerte.

Neben den einzelnen Missionsgesellschaften hatte der Evangelische Afrikaverein eine Wandkarte, so­wie seine Zeitschrift »Afrika« und die von ihm ver­breiteten Flugblätter ausgelegt. Die Karte zeigte die Ouadratmcile Landes, welche der Verein im Mkolo

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