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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung / hrsg. von dem Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung ... Red.: Gustav Meinecke ... Zeichn.: Rudolf Hellgrewe
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^/^örderung des Handels ist der Haupt- t p _ zweck jeder kolonialen Politik. Alles J was sonst kolonialem Besitze an wirt­

schaftlichen Vorteilen für das Mutterland nach­gerühmt wird, wie dessen Versorgung in den Haupt-Bedarfsartikeln mit eigenen Erzeugnissen, vorteilhafte Unterbringung seiner überschüssigen Bevölkerung, Unabhängigmachung vom Ein­flüsse des Auslandes, Hebung des inneren und äusseren Ansehens, kommt in letzter Reihe dem Handel zu gute. Die Vorteile, welche der Handel eines Landes aus kolonialen Besitzungen zieht, sind natürlich sehr verschieden, je nach ihren natürlichen Verhältnissen, nach dem koloni­satorischen Geschick und der gesamten Lage des Staates. Es kann der Fall eintreten, dass sie nicht nur zeitweilig, sondern auch auf die Dauer die Kosten der kolonialen Politik nicht einbringen. Wo das indessen wirklich dauernd der Fall ist, kann man, wie die in der fran­zösischen Geschichte vorliegenden Ivrfahrungen beweisen, es getrost ausschliesslich mangelndem Geschick des kolonisierenden Staates zur Last legen. Es giebt kaum eine Kolonie, welche nicht bei richtiger, ihren natürlichen Bedin­gungen angemessener Behandlung dem Handel des Mutterlandes Vorteile bringen müsste. Er­

wartet man von einem Tropenland nicht, dass es die Heimat zahlreicher Bauernfamilien werde, rechnet man bei Ländern gemässigten Klimas mit den in Europa und Australien gemachten Beobachtungen, verzichtet man auf übergrosse Zukunftspläne und entwickelt zunächst in ruhiger Erwägung aller Umstände das Vorhandene, so kann der Erfolg für den Handel auf die Länge nicht ausbleiben.

Von grauester Vorzeit an haben die je­weilig zur Herrschaft emporstrebenden Staaten diesen wirtschaftlichen Vorteil kolonialer Erwer­bungen begriffen. Phönizier, Griechen, Römer, um nur die drei bekanntesten kolonisierenden Völker des Altertums zu nennen, haben nach­einander sich der für den damaligen Handel und Verkehr wichtigsten Punkte bemächtigt und von ihnen aus blühende Pflanzstaaten gegründet. Die Küsten des Mittel-, Schwarzen und höchstens noch des Roten Meeres waren damals das Feld der kolonisierenden Völker. Wie sie, haben dann die Venetianer und Genuesen in diesen Gewässern den Welthandel ihrer Zeit mit Hilfe einer Anzahl fester Stationen und Kolonien an geeigneten, für die Schiffahrt wichtigen Punkten beherrscht. Alle diese Staatswesen verdankten ihren Kolonien ihre Handelsmacht und ihren

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