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seite erhob sich die Büste des Protektors der Deutschen Kolonial-Ausstellung, Sr. Hoheit des Herzogs Johann Alb re cht, von zwei mächtigen Elfenbeinzähnen flankiert, während ein Bild des Direktors der Kolonialabteilung, Wirkl. Geh. Legationsrats Dr. Kayser, mehr nach der Lesehalle zu stand. Eine ganz charakteristische Ausschmückung erhielt dieser Teil des Hauptraumes durch vierzehn freistehende Modelle arabischer Seefahrzeuge, welche von Eingeborenen aus leichtem Holz nach der Natur geschnitzt waren und als Beispiele der in der Entwicklung stehen gebliebenen, aber doch wieder sehr verschiedenartigen arabischen Schiffsbaukunst das höchste Interesse erweckten. Man sah da erst, dass der Gesamtbegriff »Dhau« eine Reihe von Eahrzeugen umfasst, welche sich nicht nur durch die Bauart voneinander unterscheiden, sondern von denen einzelne auch ganz besonderen Zwecken dienen.
An dem Ausgange der Kolonialhalle vorbei wenden wir uns nunmehr zu der anderen Längsseite des Gebäudes und zu einer anderen Koje der Deutsch-Ost- afrikanischen Gesellschaft, in der die mannigfachen Gegenstände des Exportes von Europa nach Deutsch-Ostafrika, Baumwoll- und Eisenwaren, Seifen, Pulver, Steinzeug, Perlen, Lebensmittel u. s. w., in reichhaltiger Kollektion zur Darstellung gebracht wurden. Eine ähnliche Ausstellung befand sich noch in dem Tropenhause, in einer anderen, mehr systematischen Aufstellung als Laden geordnet, auf den wir noch zu sprechen kommen werden.
Die nächste Koje wurde durch die Ausstellung der in der Südsee thätigen Gesellschaften eingenommen, beginnend mit der Jaluit-Gesellschaft, die Kopra, Elfenbein-Nüsse, Schildpatt, Perlschalen und ethnologische Gegenstände uns vorführte. Die Ausstellung der Neu-Guinea-Compagnie und der Astrolabe- Compagnie wirkten durch das Arrangement sowohl wie durch die Verbindung von Produkten und Hausmodellen und durch das Panorama von Stephansort auf den Beschauer in ganz hervorragender Weise. Mehrere Private hatten aus ihren reichen Sammlungen beigesteuert, um diesen Teil der Ausstellung zu einem ganz hervorragenden zu gestalten; wir nennen die Herren von Hansemann, Geh. Ober-Postrat Kraetke, Parkinson, A. Senfft und F'rau von Beck (Seite 61). Links und rechts flankiert von Kästen mit ausgestopften Paradiesvögeln, die sich durch den wundervollen Metallglanz des Gefieders und die ungewöhnliche Gestaltung der Federn auszeichnen, lag in einer Nische das Modell der Tabakplantage von Stephansort, welches, wie die anderen Modelle, an Ort und Stelle von geduldigen Chinesen gearbeitet worden war. Die verschiedenen Baulichkeiten — Fermentierscheune, Trockenscheune, Arbeiter- und Europäerhäuser — waren sorgfältig, sogar peinlich genau aus gespaltenem Bambus aufgebaut, selbst die Tabakfelder und Wege mit vieler Mühe dar
gestellt, und sogar die Feldbahn schlängelte sich durch das Gelände. Der Ausblick auf das Panorama war von der See aus gedacht, so dass im Hintergründe das Gebirge, welches das für die Tabakkultur geeignete Land nach dem Innern begrenzt, in seinen Konturen sichtbar wurde. Die Produktensammlung war sehr reich beschickt. Ausser der Kopra fand man hier Kapok, Trepang, Perlmuscheln, Schildpatt (besonders in die Augen fallend waren die als Zimmerschmuck verwendeten grossen polierten Schalen der Karcttschildkröte), Muskatnüsse, Korallen nebst einer reichen ethnologischen Sammlung von Fabrikaten der Eingeborenen, unter denen sich besonders Schnitzereien auszeichneten. Nach dem Mittelpunkte der Haupthalle zu waren verschiedene andere Hausmodelle der Tabakplantage und der Baumwollplantage Herbertshöhe in minutiöser Verkleinerung ausgestellt; ferner neben Tauschartikeln Anzüge der javanischen Arbeiter und eine reiche Sammlung der verschiedenen bei den Eingeborenen beliebten Perlenarten (siehe Seite 57).
Die in der Ficke liegende Seitenkoje diente der Ausstellung der verarbeiteten Hölzer und war als Speisezimmer hergestellt.*) Die Urwälder des Kaiser Wilhelmlandes sind reich an nutzbaren 1 lolzarten, welche mit einer grossen klärte den Vorzug verbinden, dass sie eine prachtvolle Politur annehmen. Die tiefbraun polierten Cordia- und Calophyllumhölzer sehen sehr vornehm und gediegen aus, und da die Ausführung etwas von dem englischen Stil beeinflusst wird, fehlt es nicht an Liebhabern. In der danebenliegenden Seitenkoje hatte der Deutsche P'rauenverein für Krankenpflege in den Kolonien eine Anzahl von Photographien und das Modell eines Krankenhauses aufgestellt, sowie dasjenige des Hospitals aufBeliao mit Nebengebäuden, welches auf einer flachen KoralJeninsel im Friedrich Wilhelmhafen liegt, und dadurch veranschaulicht, in welcher Weise die Kranken untergebracht werden.
In dem Mittelraume zerstreut waren noch Pläne der Venezuela - Eisenbahngesellschaft ausgestellt, Schiffsmodelle seitens der Maschinenbau-Aktiengesellschaft »Germania« in Berlin und Kiel (Modelle der Dampfer »Ro- vuma« und »Rufidji« fürOstafrika und andere für Kamerun) und seitens des Deutschen Zuckersyndikats für Afrika, welches am Pangani Zuckerunternehmungen ins Leben zu rufen beabsichtigt, durch ihre Plumpheit auffallende, aus Rohrzucker hergestellte Zuckerhüte, welche von den Arabern am Pangani als bestes Produkt gewonnen werden.
Das Tropenhaus.
Nachdem wir aus der Kolonialhalle hinausgetreten, wenden wir uns zu dem Mittelpunkte des vorderen Teiles der Araberstadt, dem Tropenhause (Seite 59 )-
*) Von J. C. Pfaff, Berlin,
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