~Wi$ P
er kommerziell-wissenschaftliche Teil der Ausstellung, welcher in der sogenannten »Araberstadt« untergebracht war, wurde durch eine hohe, dieKöpenickerLand- strasse tiberspannende Brücke erreicht. Der Name war nicht unpassend gewählt. In überraschend kurzer Zeit war hier eine Reihe von Bauten arabisch-indischen Stiles entstanden, welche dem Beschauer ein farbiges und lebhaftes Bild darboten. Die Gebäude waren nach einem einheitlichen künstlerischen Plane hergestellt, obwohl den Verhältnissen Rechnung getragen werden musste und ein strenger Stil nicht durchführbar war. Neben arabischen Motiven waren daher auch indische und andere verwendet, aber der Gesamteindruck war durchaus harmonisch und originell. Vom hohen Brückenturm aus, der den tonnenförmigen Bastionen eines alten arabischen Forts auf Zanzibar nachgebildet war, schweifte der Blick mit Wohlgefallen über den mit weissen Bauten besetzten Platz, auf dem, wohlthuend für das Auge, das Grün des Rasens und der Palmen den Glanz der Gebäude unterbrach. Den Mittelpunkt bildete, weithin sichtbar, das Tropenhaus mit der Ausstellung des Auswärtigen Amts; an dasselbe reihten sich die anderen Gebäude, links die Kolonialhalle und die Maschinenhalle, rechts die wissenschaftliche Malle und, daran sich anschliessend, die Industriell ud Exporthalle.
Ifhe wir nun unsere Wanderung antreten, möchten wir uns von vornherein gegen einen Vorwurf verwahren, der uns vielleicht von den Ausstellern gemacht werden wird, welche bei der Beschreibung dieses Rundganges nicht namentlich aufgeführt werden. Die Liste der Aussteller am Schluss des Werkes wird alle umfassen, welche zu dem Gelingen des schönen Werkes beigetragen haben, während auf den nachfolgenden Seiten nur diejenigen Ausstellungen berücksichtigt werden können, welche ein grösseres koloniales Interesse beanspruchen. Weiter zu gehen, ist schon mit Rücksicht auf die Einteilung des Werkes ganz unmöglich. Wir können uns auch um so eher kurz fassen, als eine genaue Erklärung der verschiedenen Objekte, eine gute Darstellung der Verhältnisse und Thätigkeit der Gesellschaften noch später gegeben werden wird. Hier kann es sich nur darum handeln, ein allgemeines Bild zu bieten.
Die Koloniallialle,
dem Mause eines reichen Inders nachgebildet, war der Ausstellung der Erwerbsgesellschaften und Missionen gewidmet. Mit üppiger Goldornamentik verziert und den Muschrabien ähnlichen Erkern machte sie einen phantastischen und doch das ästhetische Gefühl befriedigenden Eindruck. Die Kolonialhalle zerfiel in mehrere Räume, deren Wände in freskoähnlicher Manier
51