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I n der Kolonial-Ausstellung war es in Deutschland, llj ja man kann wohl sagen in Europa, zum erstenmal ' vorgekommen, dass Eingeborene aus den Tropen in so grosser Anzahl, von jedem Lebensalter und Geschlecht, von den verschiedensten Rassen und aus dem verschiedensten Klima so lange Zeit, beinahe 7 Monate, auf demselben Platze und unter gleichen äusseren Verhältnissen hier gelebt haben. Am Anfänge der Ausstellung hörte man sehr oft Befürchtungen darüber aussprechen, ob wohl diese Leute unser Klima und ihre doch in mancher Hinsicht völlig veränderte Lebensweise ohne allzu grossen Nachteil für Leben und Gesundheit auf so lange Zeit ertragen würden. Man
konnte dieser anfänglichen Besorgnis nicht so ohne weiteres ihre Berechtigung absprechen, wenn man nicht wusste, in welcher vorzüglichen und fürsorglichen Art und Weise vom Arbeitsausschuss für das Wohl, dieser Leute gesorgt war. Bis in das kleinste Detail hinein hatte derselbe schon bei der Ankunft der Eingeborenen alles, was zum Wohle derselben dienen konnte, bedacht und ausgeführt. Dies zeigte sich besonders in der zweckmässigen Unterbringung, in der Kleidung, ohne dass die jeder einzelnen Rasse eigentümliche Originalität darunter litt, in der Ernährung und in noch verschiedenen anderen Einrichtungen.
Um auch in der Wohnung etwas spezifisch Afrikanisches zu zeigen, hatte man die Eingeborenen in einer afrikanischen Festung (Borna), die im Innern aus mehreren voneinander getrennten Wohnungen, Temben, besteht, untergebracht. Die einzelnen Teniben waren langgestreckte, 4 1 /« — 5 m breite und 3 1 /’a—4 m hohe Räume, deren Aussenseite durch unmittelbar aneinander in die Erde getriebene, 10—12 cm dicke Tannenstämme, gleich Pallisaden, gebildet wurde. Die Zwischenräume waren dicht mit Lehm ausgefüllt und das ganze Aeussere chokoladenfarbig angestrichen. Das Dach, fast glatt und so weit schräg geneigt, damit das Wasser abfliessen konnte, bestand zu unterst aus
Brettern, dann kam Schilfrohr, und darauf war dicker Rasen gelegt. So war ein Dach gebildet, welches absolut keine Feuchtigkeit durchliess und auch durch seine Dicke die brennendsten Sonnenstrahlen abhielt. Im Innern waren die Wände mit einer mehrere Centi- meter dicken cementhaltigen Mörtelschicht bedeckt; der Fussboden war abgedielt. Licht erhielten diese Räume durch ein oder zwei Fenster, die im Dache angebracht waren. So hatte man Räume hergestellt, die aussen völlig den afrikanischen Typus zeigten und somit nur für die Tropen bestimmt zu sein schienen, aber doch so gebaut waren, dass sie auch in unserem Klima zum längeren Aufenthalt von Menschen durchaus geeignet waren. An der Längswand lagen, mit einem Zwischenraum von etwa dreiviertel Meter, die Matratzen mit zwei dicken wollenen Decken für jeden einzelnen, zum Schlafen. Für gute und stets frische Luft war durch praktisch angebrachte Ventilationsklappen gesorgt. In der Mitte eines jeden Wolmraumes stand ein eiserner Ofen, der noch von einem verstellbaren Mantel von Eisenblech umgeben war, um die allzu strahlende Hitze in der Nähe desselben zu mildern. Dieser Ofen diente nur allein zum Heizen; gekocht durfte in demselben nicht werden. Stets stand auf demselben eine Schüssel mit Wasser, damit durch Verdunsten desselben die zur Atemluft nötige Feuchtigkeit vorhanden war. Sobald die Innentemperatur 1 5 0 Reaumur betrug, die man auf einem in jedem Raum hängenden Zimmerthermometer ablesen konnte, musste eingeheizt werden. Bei kühlem Wetter wurde mehrmals täglich die Innentemperatur kontrolliert. Für möglichste Sauberkeit wurde dadurch gesorgt, dass jeden Morgen nach Entfernung der Matratzen sämtliche Wohnräume mit Seifenwasser gescheuert wurden. Die Wohnräume der Massai und Suaheli waren genau ebenso eingerichtet, nur befanden sich dieselben durch einen Unterbau etwa 1 m über dem Boden. Das Krankenzimmer, welches reichlich Raum für 4—5 Patienten bot, war
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