M
I
3V/» &
he wir die Beschreibung der Kolonial Ausstellung beginnen, müssen wir kurz die Zufahrten kennzeichnen. Die Ausstellung, welche ein 6o ooo qm grosses Areal umfasste, das durch die Köpenicker Landstrasse in zwei Teile geteilt war, konnte durch fünf Eingänge zu Lande und eine Landungsstelle am Karpfenteich betreten werden. Der 1 Iaupteingang ging (siehe Plan der Ausstellung) durch Portal VII über das Gebäude der Gewerbe-Ausstellung, ein anderer war an einer Haltestelle der elektrischen Rundbahn angebracht. Ein anderer Haupteingang führte von der Köpenicker Landstrasse in die Araberstadt, in die auch noch zwei Eingänge vom Vergnügungspark führten. Die Verbindung zwischen der Ausstellung der Eingeborenen und dem wissenschaftlich-kommerziellen Teil wurde durch eine Brücke vermittelt.
Dem Besucher der Ausstellung, welcher von der Hauptausstellung seine Schritte nach dem Karpfenteich lenkte, musste bei näherer Umschau sofort die dem Charakter der Kolonial-Ausstellung angepasste originelle Eingangspforte in die Augen fallen. Kunstvoll geschnitzte, groteske Süd
see- Tanzmasken und andere eth- nologischeMerkwtirdigkeiten zierten die Front eines den Eingeborenenhäusern von Neu-Guinea nachgebildeten Hauses. Mit einiger Phantasie konnte man es mit seinen Giebelspitzen aus der Ferne einem gewaltigen, eben im Auffliegen begriffenen Vogel oder fabelhaftem Geschöpf vergleichen, und der Eindruck von etwas Phantastischem wirkte noch lange nach. Dieses Haus sah schon täuschend echt aus, und der Kenner freute sich, wenn er für den Umfassungszaun ostafrikanische Boritis (Stämme aus Mangroveholz) und Hirsestengel, die fast so dick wie Bambus waren, verwendet fand.
Nach Erlegung des üblichen Obolus betrat der Besucher zuerst die für Kamerun bestimmte Abteilung, und sein Blick fiel sofort auf die Busch- faktorei, auf einige buntbemalte, mit phantastischen Schnitzereien an der Spitze verzierte Kanus der Kameruner und auf die Strasse des Kamerundorfes. Dass man die Buschfaktorei von der eigentlichen
Dorfstrasse entfernt angelegt hatte, war vielleicht unabsichtlich, entbehrte aber nicht einer gewissen Begründung. Denn
13 —
Ulllll