Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
Seite
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Die Kolonialwirtschaft,

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Postdampferlinie. Von 188593 ging zwar eine solche als Zweiglinie des Norddeutschen Lloyd von Sydney nach Samoa; seitdem diese aber aufgegeben worden ist, mußte die Dampferverbindung teils mit San Francisco durch amerikanische, teils mit Sydney durch australische Dampfer gesucht werden. Nach der Erwerbung der Kolonie durch Deutschland und der Teilung der Inseln zwischen diesem und den Vereinigten Staaten lief aber die ame­rikanische Oceanic Steamship Company nicht mehr Apia, sondern Pago Pago auf Tutuila an, so daß die deutsche Post mit einem besonderen deutschen Dampfer von Apia nach Pago Pago gebracht werden mußte. Seitdem aber Ende 1906 die Dampfer der Oceanic Steamship Company ihre Fahrten ganz eingestellt haben, ist die PostVerbindung s12, iWs/os;-^ auf die nur alle vier Wochen verkehrenden Dampfer der Union Steamship Company of New Zealcmd angewiesen, die auf der Linie Sydney-Viti-Samoa-Tonga-Auckland laufen. Daran haben auch die Fahrten der Australicm Mail Line nicht viel geändert, da sie auf dem Wege von Sydney nach San Francisco unregelmäßig stattfinden. Auch mit der Union Steamship Company brauchen Briefe nach Europa über Kauada 41, über Sydney 47 Tage. In Apia besteht ein kaiserliches Postamt, in Fagamalo, Mulifanua, Palauli, Salaelua und Salelcwalu sind PostHilfsstellen errichtet. Über Land werden Briefe auf den Wegen Apia-Mulifanua-Salelavalu-Fagamalo und Apia-Mulifanua-Salelavalu- Palauli-Salaelua und zurück alle drei Wochen zweimal durch Polizeisoldaten befördert; außerdem dienen für einzelne Strecken Segel- und Ruderboote der Postbeförderung. Die Postrouten sind in die Karte der Samoa-Inseln im Anhang aufgenommen worden.

V. Die Kolonialwirtschaft.

In wirtschaftlicher Hinsicht stehen die deutschen Südseekolonien noch ganz am Anfang ihrer Entwickelung. Als Beweis dafür möge die unten abgedruckte Tabelle 1 für deren Handel dienen.

Der Handel unserer Besitzungen in der Südsee belief sich im Jahre 1908 auf 16,296,452 Mk., wovon 7,572,610 auf die Einfuhr, 8,723,842 Mk. auf die Ausfuhr kamen. Vergleicht man Einfuhr, Ausfuhr und Gesamthandel der einzelnen Schutzgebiete mitein­ander, so ergibt sich für 1908 folgendes Bild:

Tabelle 1.

Handclsbewegung in den deutschen Schutzgebieten der Südsee 1308 (in Mary:

Einfuhr

Ausfuhr

Gesamthandel

Prozente vom Gesamthandel

Kaiser-Wilhelms-Land . .

722 538

281181

1 003 719

6,is

Bismarckcirchipel......

2 385 144

1 426 212

3 811 356

23,t->

Marshallinscln und Nauru .

1 367 066

4 015 579

5 382 645

33,oo

ohneNauru:714 439

Ostkarolinen.......

226 164,

98 296.

324 460,

Westkarolinen, Palau-Jnseln,

615456

329637

945093

5,80

Marianen......

389 2921

231 34ll

620 633>

Samoa - Inseln......

2 482 406

2 671 233

5 153 639

Sl.si

Zusammen:

7 572 610

8 723 842

16 296 452

100,°o

Das Deutsche Kolonialreich. II.