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Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
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4. Vegetation und Tierwelt.

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und zwar solcher von konvektivem Typus. Im Laufe des Oktober und November entwickelt sich dann unter starken Tornados aufs neue die Trockenzeit, denn infolge der starken Erhitzung in Mitteltogo überfluten wieder starke, kühle Seewinde das ganze südliche Togo und bedingen die lange Winterdürre, die nur in den Gebirgen zuweilen durch Steigungsregen unterbrochen wird. Im Norden dagegen herrscht wieder der Nordost­passat, der indes bei einem Vordringen des Hochdruckgebietes nach Süden auch das Meer erreicht und dann zuweilen den Harmattan bringt.

4. Wegetation uns HierweLt.

Um die Stellung Togos im Vegetationsbilde Oberguineas und des Westsudans richtig beurteilen zu können, müssen wir wieder von dem Überblick über das ganze Gebiet südlich der Sahara ausgehen. Die kleine Übersichtskarte über die Vegetationsverhältnisse (Nr. 7 auf der Beilage bei S. 10), die zum großen Teil auf Grund französischer Quellen gezeichnet ist, zeigt auf das deutlichste, daß Togo geradeso wie bezüglich des Gebirgsbaues und des Klimas auch hinsichtlich der Vegetationsverhältnisse eine eigenartige Stellung einnimmt.

Im Norden greift östlich und westlich des Nigerbogens die Sahara mit ihren spär­lichen Büschen und Salzpflanzen breitlappig nach Süden über. Daran schließt sich eine zweite Region, die Sahelregion Chudeaus fl^, mit etwa 15050V mm Niederschlag, also einer sehr wechselnden Menge; jedenfalls reichen die tropischen Regen regelmäßig bis in diese Zone. Sie ist ausgezeichnet durch die massenhafte Entwickelung der Dumpalme, die in einzelnen Exemplaren freilich erheblich weiter nach Süden vordringt, und reich an Sträuchern und niedrigen Bäumen mit hohem Gehalt ätherischer Öle und Harze. So gedeihen hier IZalsa- wockendimi akrios-urmi, die Losois, ssiiöMlWsis, die Uuxboroig, Vs-Issirüksia, die an Natron­salzen reiche Laxxaris soäata, I^xwäöiiis, Lxartuni sowie eine Reihe von Akazien lAes-om vsree, Äig,lziog,, tortilis).

Südlich der Sahelzone beginnt die Sud anregion. Grasflächen und lichter Busch­wald sind hier die charakteristischen Vegetationsformen; allein der Norden und der Süden dieses Gebietes unterscheiden sich nicht unwesentlich. Im Norden herrscht nämlich die Dornbuschsteppe, die wenig Gras, dagegen ebenso wie die vorige Zone überwiegend Akazien und andere Dornsträucher und krüppelige Dornbäume enthält. So finden wir hier die ^.LÄOik vsiuZsrg., ssneZalei^sis, ss^al und sumu, ferner Lalaiütes asg^xtiacÄ und A^- xlius-Arten. Auch der Baobab kommt im südlichen Teil dieser Region vor. Die Nieder­schläge betragen 500 bis 1000 irmi, die exzessive Trockenzeit dauert sechs Monate. Die Dorn­buschsteppe wird von der Region der Gras- und Laubbusch st eppen abgelöst. Die Bäume sind hier schon bedeutend größer entwickelt, haben aber meist noch krüppeligen Wuchs ähnlich dem unserer Pflaumenbäume. Hohe, gut entwickelte Bäume mit dunkelgrüner Krone treten, je weiter nach Süden, immer häufiger auf. .An den Flußläufen, auch wenn sie während der Trockenzeit wasserlos sind, ist ein Uferwald aus üppigeren Bäumen der Steppe zu finden. Die Niederschläge betragen 10001300 mra; die Trockenzeit währt un­unterbrochen 46 Monate. Die wichtigsten Charakterbäume sind der Butterbaum (Lutn/- losxerroniri ?g.rl^ii), karlcis, KiZIoboss., Baobab, Borassuspalme, Tamarinde, Oiosx^rus wöZxiliiorinus, (Zg-iäsum IbunKsiAicÄ, ferner Combretaceen, Bauhinien und andere