Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
Seite
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Togo.

Bodenschwelle in völligen Ebenen: ja große Teile der Rumpffläche von Gurma sind so eben, daß das Regenwasser, das auf dem lehmigen Boden nur langsam einsickert, nicht ablaufen kann, sondern, ganz wie in Südkamerun, ausgedehnte Sümpfe bildet, aus denen es all­mählich durch die Flußläufe abfließt, sofern es nicht verdunstet oder einsickert. So liegt ein sehr ausgedehntes Sumpfgebiet zwischen Gando und Guande an der Nordostgrenze.

Interessant und wichtig ist die Beobachtung von Hubert in Dahöme, daß sich die Küstenflüsse wegen des größeren Wasserreichtums nach rückwärts einschneiden, die Flüsse des Nigergebietes anzapfen und so Schritt für Schritt ihr Gebiet vergrößern; in Togo wird es auch nicht anders sein. Manche Eigentümlichkeiten in: Oberlauf der Flüsse, so be­sonders das plötzliche bogenförmige Abbiegen aus der Richtung auf den Niger nach der Mste zu ein Vorgang, den man z. B. am Pendjari und am Schwarzen Volta sehr gut verfolgen kann sind wahrscheinlich dadurch zu erklären, daß ursprüngliche Nigerzuflüssc von Küstenflüssen angezapft und abgelenkt worden sind.

3. Acrs KNmcr.

Bedauerlicherweise sind meteorologische Beobachtungen bis vor kurzer Zeit in Togo nur lückenhaft und ungleichmäßig angestellt worden; denn da Togo überwiegend Steppen­charakter besitzt und namentlich die Niederschlagsverhältnisse starkem Wechsel unterliegen, so wäre es von großem praktischen Nutzen gewesen, möglichst frühzeitig vollständige Be­obachtungen über die verschiedenen meteorologischen Faktoren zu erhalten. Die meisten Veröffentlichungen über das Klima Togos finden sich in denMitteilungen aus deutschen Schutzgebieten" aus der Feder v. Danckelmans sowie Maurers, Gruners, Hupfelds und anderer. Die frühesten Aufzeichnungen, die wir überhaupt haben, sind die von Bismarckburg aus den Jahren 188894, ferner 1896 und 1897; dann folgt Misahöhe 189095, seit 1960 dauernd; an dritter Stelle kommt Sebe 189193, 1897 und seit 1899 dauernd. Erst im Jahre 1892/93 und dann seit 1900 fortlaufend wurden in Lome Beobachtungen gemacht. Ausgezeichnet sind die Aufzeichnungen in Amedschovhe 18941900, und vorzügliche und vollständige Beobachtungen hat seit 1901 die Plantage Kpeme aufzuweisen. In den letzten Jahren sind zahlreiche Regenstationen errichtet worden. 1905 gab es 15, 1906:18,1907:19, 1908: 26 Regenstationen sDkschr. Togo i9»8/o9^. So kann man sich denn bezüglich der Regen­verteilung sll^ seit den letzten Jahren wohl ein ganz gutes Bild machen, allein schmerzlich vermißt man Temperatur-, Luftdruck- und Feuchtigkeitsbestimmungen aus dem ganzen Norden. Daher vermag man über die allgemeinen meteorologischen Verhältnisse bis jetzt doch nur bis zu einem gewissen Grade einen Überblick zu gewinnen.

Der allgemeine Gang des Klimas in diesem Gebiete Afrikas ist der, daß sich im Sommer die Sahara außerordentlich stark erhitzt, der Luftdruck dort sinkt, die Winde vom Atlantischen Ozean in das saharische Tiefdruckgebiet hineinwehen und in den südlich der Wüste gelegenen Gebieten Regenzeit herrscht. Im Winter ist dagegen die Sahara ein relativ kaltes Gebiet mit hohem Druck, und die trockenen Nordostwinde überwehen den Sudan bis zur Küste hin; in letzterem herrscht daher Trockenzeit.

Der allgemeine Verlauf der Witterung in Togo im Laufe eines Jahres ist daher gewöhnlich folgender: die Monate Dezember bis März sind ganz überwiegend trocken,