Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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2. Oberflächengestalt, Geologie und Hydrographie.

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Hand in Hand mit der politischen Besitzergreifung des Landes ging die wissen- schaftlicheErforschung desselben. Allerdings muß man hervorheben, daß der Haupt­sache nach nur zahlreiche Einzelarbeiten in Form kleinerer Aufsätze vorliegen, die in der Mehrzahl der Fälle nicht von wissenschaftlichen Fachleuten verfaßt worden sind. Wertvoll sind diese Veröffentlichungen, die sich zum größten Teil auf die Bewohner und die wirtschaft­lichen Verhältnisse beziehen, nichtsdestoweniger. Von Kennern des Landes hat nur Büttner ^ eine zusammenfassende Beschreibung gegeben. Klose ^15^j behandelt in seinem wert­vollen Werk über Togo fast ausschließlich eigene Reisen und Beobachtungen. Von den Ver­fassern einzelner Aufsätze wären zu nennen Kling, Herold, Klose, v. Döring, Graf Zech, Plehn, v. Seefried, Baumann, Büttner, Hupfeld, Preil, Smend, Fies, Spieß, Spieth. Um die geologische Erforschung haben sich besonders Hauptmann v. Seefried, Hupfeld und und Koert verdient gemacht. Freilich muß man bedauern, daß so ausführliche und gründ­liche Studien, wie sie der französische Geolog Hubert über Dahöme veröffentlicht hat, für unsere Kolonie noch fehlen. Ein großartiges ethnographisches Werk ist das von Spieth über die Ewe. Jüngst hat auch Leo Frobenius unsere Kolonie von Norden nach Süden durchzogen; abgesehen von seinen Sammlungen, hat er bis jetzt nur wenig gebracht, was nicht bereits die französischen Forscher beschrieben hätten. Uneingeschränktes Lob muß man den kartographischen Veröffentlichungen Sprigades zuteil werden lassen, der teils nach zahlreichen Routenaufnahmen unserer Beamten, Offiziere und sonstiger Reisender, teils aber auch auf Grund seiner eigenen kartographischen Studienreise, die ihn bis in das Käbure- land ^D. K. Z. i907^s führte, zwei Karten veröffentlicht hat, auf die wir stolz sein können und die für unsere Beamten von größter Wichtigkeit sind. Die eine Ausgabe ist in dem großen Maßstabe von 1:200,000, die andere von 1:500,000 veröffentlicht worden.

2. KberfMchengestaLt, Geologie uns KyörograpHie.

Die Kolonie Togo ist im wesentlichen ein Teil von Oberguinea, und zwar liegt sie an einer sehr bemerkenswerten Stelle, nämlich da, wo die im Westen geschlossene Schwelle von Oberguinea völlig unterbrochen ist. Es wird zweckmäßig sein, zunächst einen Überblick über die Oberflächengestalt Afrikas zwischen dem Senegal und dem Niger zu gewinnen; nur so kann man zu einem klaren Verständnis der eigenartigen Stellung Togos gelangen.

Auf das Tiefland von Senegambien folgt (vgl. das Kärtchen Nr. 4 der Tafel bei S. 10), mit dem 15.° westl. L. ungefähr beginnend, dieSchwellevonOber- guinea. Im Kakulima erreicht sie bereits nahe der Küste 1020 m und erhebt sich weiter nach Nordosten zu dem Hochlande von Futa Djallon, dessen Hochflächen 7001200 m er­reichen. Nach Südoften aber zieht sich eine geschlossene Bodenschwelle zwischen dem Küsten­gebiet und den Quellflttssen des Niger hin. Da sie augenscheinlich hauptsächlich aus ge­falteten kristallinen Schiefern aufgebaut wird, sei sie hier alsLiberianischesSchiefer- fergebirge zusammengefaßt. Bis jetzt ist namentlich der südöstlichste, ungefähr mit 7° westl. L. Plötzlich abbrechende Teil durch Chevalier bekannt geworden 1909^. Die höchsten Berge scheinen in dem Nimbastock 1600 m zu erreichen, während die Drupleberge, deren Höhe man früher auf 3000 m schätzte, wohl nur etwa 1200 m hoch sind. Die Schwelle von Oberguinea weicht nunmehr in nordöstlicher Richtung bis zum Quellgebiet des Komoe