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N eu-Mecklenburg.
als zu niedrig gerechnet. Danach war der älteste Mann 55, die älteste Frau 45 Jahr. Das Durchschnittsalter 1 ) betrug für
Männer und Knaben Frauen und Mädchen
18,3 Jahre. 17,5 Jahre.
Von 91 Bewohnern waren
erwachsene Männer 23, erwachsene Frauen 28, Kinder 40.
16 Männer hatten je 1 Frau,
3 „ „ „ 2 Frauen,
1 Mann hatte 3 „
20 Ehemänner hatten mit 25 Frauen 33 Kinder (4 davon schon erwachsen), das heißt, es kamen durchschnittlich
1,65 Kinder auf jede Ehe, 1,32 Kinder auf jede Frau.
D er kinderreichste Mann hatte mit 2 Frauen 7 Kinder, die kinderreichste Frau 4 Kinder.
Bei den meisten Erwachsenen waren die Eltern schon gestorben, und es lebten in der winzigen Gemeinde 4 nicht erwachsene Doppelwaisen. Nur in 2 Familien waren 3 Generationen am Leben. 2 )
Volksgesundheit. Anthropologische Stellung.
Wir finden also bei diesem Naturvolke, das bis jetzt vom Alkohol und von Geschlechtskrankheiten verschont geblieben ist, eine äußerst niedrige Geburtenziffer und eine sehr hohe Sterblichkeit. Oh die geringe Fruchtbarkeit eine Folge von lange fortgesetzter Inzucht oder von Abtreibung und Kindsmord ist, konnte ich nicht feststellen. Die große Sterblichkeit der Erwachsenen dürfte auf Erkältungs- und Wundkrankheiten, vielleicht auch auf gelegentliche Epidemien 3 ) zurückzuführen sein. An Krankheiten beobachtete ich einige Fälle von Tuberkulose, Skrophulose und Frambösie, Starrkrampf, angeborenen grauen Staar, Erblindung nach Hornhautverletzung, viele chronische Fuß- und Unterschenkelgeschwüre und manches andere, dagegen keine Zeichen von Syphilis oder Tripper. 4 ) Von einer eigentlichen Degeneration kann man nicht reden, wie schon ein Blick auf die vorstehenden Gruppenbilder zeigt.
Im allgemeinen hat man den Eindruck, daß die Bevölkerung von allen drei Landschaften ein Gemisch von Melanesiern und Polynesiern ist, wobei allerdings der melanesische Einfluß deutlich überwiegt. 5 ) Die Leute sind größer als man sie durchschnittlich in Melanesien trifft, aber kleiner als reine Polynesier.
') Für Deutschland ist es nicht berechnet.
2 ) Für Lamassa kommt vielleicht das geringe Alter des Ortes in Betracht, vergl. S. 152, doch war das Durchschnittsalter auch in den übrigen Dörfern kaum höher.
3 ) S. S. 118.
4 ) Näheres sieheÄrztliche Beobachtungen bei einem Naturvolke. Archiv für Kassen- und Gesellschafts-Biologie 1905 S. 801.
5 ) Über das anthropologische Material s. Anhang 1 S. 195.