Vorwort.
Im Jahre 1904 hatte S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ die Aufgabe, die Ostküste des St. Georgs-Kanals von Matakama bis zum Kap Bougainville zu vermessen. Das Ergebnis der Vermessungsarbeiten ist in den beiden Seekarten Nr. 214 und 215 niedergelegt. Was zur ethnographischen Erforschung des Landes heigetragen wurde, ist in der vorliegenden Monographie enthalten. Niemand fühlt das Lückenhafte der Mitteilungen besser als ich selbst, und ich würde davon ahsehen, sie jetzt schon zu veröffentlichen, wenn Aussicht vorhanden wäre, daß das Land in absehbarer Zeit genauer durchforscht würde. Das ist leider nicht zu erwarten, und außerdem reichen die gemachten Beobachtungen hin, um wenigstens in großen Zügen ein Bild von der Kultur eines bisher wissenschaftlich unbekannten Küstenstriches zu entwerfen.
Im Archipel unterstützten mich der Kaiserliche Gouverneur Dr. Hahl, Herr Max Thiel aus Matupi, Herr Parkinson und Herr Hellwig mit Bat und Tat bei der Arbeit.
Die Photographien des Buches, soweit sie an Ort und Stelle aufgenommen sind, hat Herr Marine-Oberzahlmeister Koralewski zur Verfügung gestellt. Die übrigen Abbildungen beziehen sich fast alle auf meine Sammlung, die sich jetzt im Berliner Museum für Völkerkunde befindet. Den Abschnitt über Bootbau hat Herr Oberleutnant zur See Klüpfel (jetzt auf S. M. S. Kaiser Wilhelm II.) beigesteuert. Die anthropologischen Bemerkungen haben Herrn Dr. Schlaginhaufen zum Verfasser, und der ebenso mühevollen wie ergebnisreichen Bearbeitung dos musikalischen Materials hat sich Herr Dr. E. v. Hornbostel vom Psychologischen Institut der Berliner Universität unterzogen. Das Herbarium hat Herr Professor Dr. Volckens vom Botanischen Museum bestimmt, die zoologischen und die geologischen Stücke sind in den betreffenden Instituten der hiesigen Universität bearbeitet worden. An der Ordnung und Bearbeitung des umfangreichen Materials sowie am Texte der Monographie hat Heia - Dr. Gracbner, Assistent am Berliner Museum für Völkerkunde, so großen Anteil, daß der vorliegende Band als unser gemeinsames Eigentum zu betrachten ist. Schon vor Antritt der Keise hat mich Herr Prof. Dr. v. Luschan mit Rat und Tat unterstützt. Durch ihn erhielt ich eine pliono- graphische Ausrüstung, und seinen Bemühungen ist es auch zu danken, daß S. M. S. „Möwe“ seit mehreren Jahren alljährlich eine gewisse Summe zu ethno-