Die Zukunft der Ostmark
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leicht mehr noch als durch Geld und Gut und Arbeit der Hände eine Morgengabe, durch die sie die Fürsorge des Mutterlandes reichlich lohnten, und das nach innen wie nach außen befestigte Deutschland stünde seiner Zukunft sicher.
Wie aber ändert sich das Bild von dem Orte anderer Tatsachen und Möglichkeiten gesehen! Entsagungsvolle Selbstbeschränkung an den Grenzen. — Als Pfahl im Fleisch ein selbständiges Polenreich mit trunkenen Phantasien von Macht und Größe, ein Hort und Herd aller Slawenwünsche in der Runde, frei in der Wahl von Freund und Feind und ungestüm genug uns schon jetzt seine Gesinnung zu verraten. — Vergewaltigung der deutschen Minderheiten in unseren Ostmarken durch ein anderes Gemeindewahlrecht als notwendige Folge der politischen Neuordnung in Preußen. — Weitere Steigerung der Bedrängnis durch die Naturfülle des fremden Volkstums gegenüber der eigenen Erstarrung. — Statt Zuflusses deutscher Kraft aus den Weiten der Welt in offenen Raum, eine zunehmende Flucht aus den entdeutschten Gebieten. — Höher und höher branden die Wasser aus dem Osten und zernagen die Deiche; es brechen die Dämme, und in der Sonne eines anderen Tages wehen die polnischen Farben über den Türmen von Danzig. — Heil dem weißen Adler! Die Millionen eines freigelassenen Volkes sehen ihn zu stolzem Flug emporsteigen, in Erinnerung alter Herrlichkeit sehen sie ihn seine Kreise ziehen von Meer zu Meer. Wir gönnen ihm Luft und Sonne, wir gönnen dem Polenvolk das lang entbehrte freie Vaterland. Es steht bei uns, ob unsere Weltstunde vorüber. Nach der Kraft des Beharrens erfüllt sich das Schicksal der Völker. Ein Geschlecht, das nicht den morgigen Tag bedenkt im Geist und Lebenskraft, begräbt mit sich selbst die Zukunft der Nation.
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So viel dürfte aus unseren Darlegungen deutlich geworden sein, daß in dem Auslanddeutschtum weitreichende Möglichkeiten für den nationalen Wiederaufbau und die Vollendung des Reiches beschlossen liegen, und es wäre ein schweres Versäumnis, wollten wir den vorgezeichneten Aufgaben gegenüber müßig stehen.