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Das Auslanddeutschtum und das neue Reich : Betrachtungen und Vorschläge / von Christian F. Weiser
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Eine Auseinandersetzung

Schärfe und innere Bedeutung ganz ausgesprochen durch den Gegensatz zweier bestimmter Geisieswelten, die in völlig verschiedenem Geschichtsgrund und so auch in einer durch­aus gegensätzlichen seelischen Berfassung verankert sind. Zugleich scheint aber auch wieder der Gegensatz nicht von einer solchen Ausschließlichkeit, daß seine Schärfe sich ohne weiteres fühlbar machte, ja es mag sogar für einen ober­flächlichen Betrachter das Verwandte überwiegen, über­schreiten wir die Schwelle zwischen einem französischen und einem niederländischen oder altdeutschen Bildersaal, so fühlt auch selbst der Ungeübte sich alsbald in einer andern Welt des Lebens und des Empfindens, der Form und der Farbe. Tritt der Deutsche hingegen über die Schwelle des englischen Hauses, so mutet es ihn zunächst wohl an, als be­finde er sich in dem Heim eines nahen Verwandten. Erst bei längerem Verweilen und tieferem Schauen kommen ihm Gegensätze zum Bewußtsein, die in alle Ewigkeit als un­versöhnliche gelten müssen. Stehen bei dem Romanen und dem Deutschen eine Kultur der Form und eine solche des Gedankens gegeneinander, die geradezu eine wechselseitige Ergänzung fordern, so handelt es sich bei dem angelsächsisch­deutschen Gegensatz um ein Aufeinanderstoßen sittlicher Prinzipien, die schlechterdings kein Markten und Ver­gleichen vertragen, wie viel auch sonst zu gegenseitiger Er­gänzung vorhanden sein mag.

Wir stehen also einem Konflikt zweier sittlicher Welten gegenüber, und eben darum ist es ein Krieg, der auch mit dem Friedensschlüsse nicht endet, nicht enden kann. Schauen wir uns aber nunmehr um nach Elementen, die zur Klärung dienen mögen, zum völligen und allgemeinen Bewußt- werden des Gegensatzes, wie es hier erforderlich ist zur Herbeiführung einer klaren Entscheidung, schauen wir uns um nach Machtmöglichkeiten zur Führung und zum sieg­reichen Beschluß des Kampfes, so daß doch gleichzeitig auch das Vortreffliche an angelsächsischen Errungenschaften uns erworben und das neue Reich dadurch um so fester und stolzer begründet wird, nicht nur als sichere Burg für unser Volkstum, sondern auch als Heimstätte einer geistig-sittlichen Kultur, in der die höchsten Menschheitsideale, wie wir gläubig hoffen, der Erfüllung entgegenreifen, dann bieten sich uns die Millionen der Ausländsdeutschen als Bundes­genossen an, und zwar ist hier naturgemäß zunächst an