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Bis zum September 1898 wurde die 5770 in lange Strecke vom RibeirLo Funil bis zum RibeirLo Grande und bis Anfang Januar 1899 die weitere Strecke bis zum Rio Humboldt in einer Länge von 7109 in dem Verkehr übergeben.
Die Baukosten dieser im Ganzen 12 879 rn langen Straße vom Funil bis zum Humboldt beliefen sich auf Rs, 51 : 600S000, da ihre Anlage nicht unerhebliche Terrainschwierigkeiten zu überwinden hatte, indem Schluchten auszufüllen, meterhohe Abgrabungen an den Berghängen zu machen und selbst umfangreiche Sprengungen durch die Gesteinsschichten der Berge auszuführen waren.
Mit Herstellung dieser Fahrstraße war das Kolonisationsgebiet der Gesellschaft am oberen Jtapocü an das Straßennetz des Municips Joinville angegliedert und damit das Nothwendigste für den Transport der Einwanderer und den Absatz der Produkte der angesiedelten Kolonisten gethan.
Gleichzeitig mit diesen Arbeiten im Jtapocügebiet sorgte Herr Sellin für die Erschließung der Zänkereien der Gesellschaft im Jtajahygebiet.
Im November 1897 explorirte er mit Herrn Ingenieur Odebrecht das
bis dahin gänzlich unbekannt gewesene Thal des Bra^o do Norte do Rio
Jtajahy, jetzt Rio Hercilio. das größte Kolonisationsgebiet der Hanseatischen Kolonisations-Gesellschaft. Er fand dort fast durchweg vorzügliches Land und ausgezeickmete Bewässerung und ließ alsbald mit der Vermessung von Grundstücken, sowie mit der Anlage einer Zugangsstraße beginnen, die von der Mündung des RibeirLo do Cocho in den Jtajahy-assü aufwärts bis zur Höhe der Terra do Mar geht und dann in sanftem Abstieg bis zur Einmündung des RibeirLo das Taguaras in den Rio Hercilio weiterführt, wo sich die
Ortschaft Hammonia entwickeln soll. Die Straße ist jetzt fahrbar und hat
eine Länge von 13 318,5 rn; ihre Herstellung kostete Rs. 45: 000L000.
Zum Inspektor des Jtajahygebiets wurde im November 1897 Herr Philipp Doerck in Blumenau ernannt, der indeß, wie schon oben erwähnt, zum Januar 1899 als Geschäftsführer nach Hamburg an Stelle des Herrn Fabri berufen wurde. Seitdem ist Herr Luiz Abrh Inspektor des Blumenauer Gebiets.
4. Das Kolonisationsgeöiet.
Dem ganzen Kolonisationsgebiet der Hanseatischen Kolonisations- Gesellschaft wurde noch im Jahre 1897 der Kollektivname „Hansa" beigelegt und in demselben bisher vier Verwaltungsdistrikte gebildet:
1. der Distrikt Jtapocü mit dem Vorort Humboldt,
2. der Distrikt Jtajahy-Hercilio mit dem Vorort Hammonia,
3. der Distrikt Pirahy, welcher aus einem Landkompler von 1993 ka. besteht, den die Gesellschaft im Joinvillenser Municipalgebiet vom Fürsten Schönburg-Waldenburg gekauft und durch Ankauf anderer Privatländereien arrondiert hat,
4. der Distrikt SertLo de SLo Bento.
Die letzten beiden Distrikte sind der Verwaltung des Distrikts Jtapocü unterstellt.