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Deutsches Kolonistenleben im Staate Santa Catharina in Süd-Brasilien / von Hermann Leyfer. Mit einem Vorwort von Albrecht Wilhelm Sellin
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Baumwolle ist noch in der ersten Monatshälfte zu pflanzen.

An Knollenfrüchten sind Kartoffeln zu ernten. Bataten, Mandioca, Aipim, Taja, Mangoriten sind noch auszupflanzen

Getreide und Oelfrüchte werden geerntet.

Der Tabak ist rein zu halten und zu geizen.

An Früchten werden Bananen und Pfirsiche geerntet.

Dezember.

Der Dezember, der Vorsommermonat, ist zwar reicher an Gewittern, aber durchschnittlich trockner, als der November, die Wärme erreicht aus­nahmsweise Mittags 2729 " U, während sie Morgens unter 12 ° k kaum noch herabgeht.

Die Witterung kennzeichnet sich durch steten Wechsel von Sonnenschein und Regen.

Die heiteren Tage sind fleißig zu benutzen, um alle Pflanzungen von Unkraut zu reinigen; denn diese Mühe lohnt sich reichlich und ist allen Kultur­pflanzen zu ihrem Gedeihen unentbehrlich.

Die Waldschläge für die Februarpflanzung sind niederzulegen, und die beendeten zu brennen und zu räumen.

Reis ist auf feuchtem Lande bis Weihnachten zu säen. Der früh, d. h. im Juni oder Juli gepflanzte Mais wird reif.

An Knollenfrüchten werden Bataten geerntet und wieder aus­gepflanzt.

Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch werden reif und sind bei trockenem Wetter einzubringen.

Der Tabak, dessen Vegetationszeit ca. 100 Tage erfordert, erlangt seine Reife, und die Ernte desselben sollte, wenn möglich, im Laufe dieses Monats eingebracht werden.

An Früchten werden Bananen, Pfirsiche und Weintrauben geerntet.

VI. Anhang.

Waste und Gewichte.

Wie im übrigen Brasilien, gilt auch im Staate Sta. Katharina das metrische System; doch hat sich noch die Benennung und Anwendung ver­schiedener alter Maße und Gewichte erhalten. Die wichtigsten, im täglichen Leben am häufigsten vorkommenden sind:

1. Längenmaße.

Die größte Längeneinheit ist die Legoa. Man rechnet sie gewöhnlich zu 6600 m, also fast o/i«, deutsche Meile; es ist die Legoa der alten Land­verleihungen, IsZon clo k-ssrnaria.

Die eigentliche und officielle IsZon ist dagegen auf 5555,55 m fest­gesetzt, so daß gerade 20 le^oas auf einen Grad des Aequators kommen.

Das bei den Brasilianern zu Angaben von Grundstückslängen üblichste Maß ist die Braya (Klafter) 2,2 m. Außerdem werden für kleinere Maße folgende gebraucht: 1 vorn 1,1 m, 1 ps (Fuß) 0,33 m.