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Das Fruchtbündel wird abgeschlagen, wenn die Früchte noch grün, aber doch schon ausgewachsen sind. Man hängt es an Cipüstricken auf und läßt so die Früchte nachreifen.
Besonders empfehlenswert ist es, die Bananen an den Flußläufen oder in kleinen Schluchten anzupflanzen.
Die Bananen dienen zur menschlichen Nahrung, entweder roh gegessen oder in verschiedener Zubereitung, wie z. B. in Fett gebraten, im Backofen gedörrt u. s. w.
Mit Wohlgeschmack verbindet die Banane einen sehr hohen Gehalt von Nährstoffen.
Die Banane, und vorzüglich die Zwergbanane, ist aber auch ein vorzügliches Viehfutter. Reif geworden, wird sie von allem Vieh, Pferden, Rindvieh, Schweinen und allem Geflügel sehr gern gefressen.
Noch grün gekocht, bevor sich der Stärkegehalt der Banane in Zucker verwandelt hat, giebt sie gute Tränke für Kühe und Mastfutter für Schweine.
Angesichts dieser Vorzüge ist es zu verwundern, daß die Kolonisten so wenig Gewicht auf diese Pflanze legen und sie fast nur als menschliche Nahrung benutzen und wenig anbauen, während die Banane doch reicher trägt, als jede Kartoffelfrucht und, einmal angepflanzt viele Jahre Ernten giebt und dabei fast keine andere Arbeit verlangt, als mit dem Waldmesser abgeschlagen und abgeerntet zu werden.
Es ist den Ansiedlern zu empfehlen, möglichst bald nach der Ansiedlung Bananen und besonders Zwergbananen reichlich anzupflanzen.
IV. Die Viehzucht.
Die Viehwirthschast muß in Südbrasilien naturgemäß in vielen Punkten eine wesentlich andere sein, wie in Deutschland. Schon die Verschiedenheit des Klimas bedingt für Fütterung und Pflege des Viehs eine vollständige Abweichung.
Hier, wo die Triebkraft der Pflanzen das ganze Jahr andauert, und man nicht auf Schutz des Viehs gegen winterliche Kälte bedacht zu sein braucht, ist der freie Weidegang die Grundlage aller Viehzucht. Ja, die Stallfütterung würde in den heißen Sommermonaten Wohl überhaupt nicht durchführbar sein. Allerdings tritt auch hier in den Wintermonaten bei der Pflanzenwelt ein gewisser Ruhestand ein: aber ganz hört das Wachsthum der Pflanzen doch nicht auf, was für die hiesige Viehzucht von Wichtigkeit ist. Das Vieh weidet das ganze Jahr im Freien und kann sich dort sein Futter suchen, wenn auch im Winter das Futter auf der Weide knapper wird. Dazu kommt, daß die wichtigsten Futterpflanzen, wie Zuckerrohr und Capim, das ganze Jahr hindurch wachsen, also Grünfutter immer reichlich vorhanden ist.
Der Bauer braucht darum nicht für Trockenfutter zu sorgen, um so weniger, als die Heugewinnung im feuchten Küstengebiet manche Schwierigkeiten darbietet und das eingebrachte Heu gar zu leicht schimmelt und modert.