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Die Einteilung der Jahreszeiten in Frühling, Sommer, Herbst und Winter ist für Sta. Catharina wenig zutreffend. Die Triebkraft der Natur ruht in keinem Monat; sondern in jedem Monat wird gepflanzt und geerntet, allerdings nicht dieselben Pflanzenarten. Im Allgemeinen läßt sich sagen, daß für die Pflanzen der warmen Zone vom August bis November, für die europäischen Kulturpflanzen vom April bis Juni die Pflanzzeit ist.
Das stärkste Wachsthum in der Natur ist vom August bis März, ein Stillstand für die einheimische Vegetation von Mai bis Juli zu beobachten.
Erfrischend sind die Seewinde, welche in den heißen Monaten regelmäßig sich Vormittags erheben und am stärksten Mittags gegen 1 Uhr werden. In den Wintermonaten bringen die Süd- und Westwinde Frost und Kälte mit anhaltend klarem Wetter.
Die Bodenbeschaffcnheit.
Die Beschaffenheit des Bodens ist im Jtapocügebiet, welches als Aus- !. gaugsgebiet der Ansiedlung der Hanseatischen Kolonisationsgesellschaft den Ein- ' Wanderer besonders interessirt, nicht gleichförmig und stoßen die verschiedenen Bodenarten oft ohne Uebergänge hart aneinander. Es ist nicht selten, daß ein Grundstück gut und das des Nachbars schon mittelmäßig befunden wird. Vorherrschend ist Lehmboden, der häufig in strengen Thonboden übergeht. Sandboden ist im Jtapocügebiet seltener anzutreffen. Die Berge sind oft von großen Felsblöcken durchsetzt. An den Flußläufen ist der Boden ein milder, humusreicher Lehm von vorzüglicher Qualität.
Der Boden ist arm an Kalk, Kali und Phosphorsäure und die Humusschicht weniger tief, als man nach den übertriebenen Schilderungen der Tropenvegetation glauben könnte. Die abgestorbenen Pflanzentheile zersetzen sich hier sehr schnell und werden von den heftigen Regengüssen in die Flüsse gespült.
In den Flußthälern trägt aber der Boden eine lange Reihe von Jahren in fortwährendem Anbau dieselben Früchte.
Krankheiten.
Von Acclimatisationsbeschwerden, welche in verschiedener Art sich bei der Uebersiedlung in ein anderes Klima einstellen, haben die Einwanderer wenig zu leiden. c--. . .
Bei Einigen entstehen offene Wunden an den Füßen aus heiler Haut oder als Folgeerscheinung sonst unbedeutender Verletzungen, wie sie durch Reiben des Schuhwerks hervorgerufen werden. Sie sind beim Gehen äußerst schmerzhaft, verschwinden aber durch Reinhalten und Waschen mit Salzwasser in der Regel sehr bald wieder. Doch giebt es auch Fälle, wo das Uebel monatelang bleibt und bei der Arbeit sehr hinderlich ist.
Gelbes Fieber hat sich in den deutschen Kolonien Sta. Catharina's noch nie verbreitet. In den vereinzelten Fällen, die man in Joinville als solches bezeichnete, war die Krankheit eingeschleppt und nicht einmal außer Frage, ob es wirklich jene Krankheit war.
Fieber und besonders das sogenannte dreitägige Fieber ist unter der Landbevölkerung der deutschen Kolonien nicht gerade selten. So milde und