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Deutsch-Ostafrika im Weltkriege : wie wir lebten und kämpften / von Heinrich Schnee
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Kapitel 25.

Durch deutsches Gebiet nach Rhodesien hinein bis zum Waffenstillstand.

At'uf deutschem Gebiet angelangt, machten wir auf dem Nord- -^-ufer des Nowuma in kleinen, von Feldern unterbrochenen Waldparzellen mit hohen schattigen Bäumen zwei Lage Halt. Dann marschierten wir weiter nach Norden.

Am Nowuma mutzte der schwerverwundete Hauptmann Poppe, dessen Brustwunde unter den Strapazen des Transportes trotz mehrfacher Operationen während der kurzen Aufenthalte auf dem Marsche immer bedenklicher wurde, unter Obhut eines bei Na- murroe gefangenen englisch-irischen Arztes zurückgelassen werden, ebenso der kranke Leutnant d. N. Wolfram, der trotz wachsender Herzbeschwerden noch den ganzen portugiesischen Feldzug mit durch­geholten hatte.

Vom Nowuma aus ging der Marsch weiter nach Norden in den Ssongeabezirk hinein. Wir marschierten einen Tagemarsch westlich von Ssongea, dem Hauptorte des Bezirkes, vorbei. Die Verpflegung wurde auf deutschem Gebiet bald erheblich besser. Wir kamen in Viehgegenden mit uns freundlich gesinnter Bevölkerung. Die üble Tsetsefliege, in deren Gebieten wir uns seit der Aufgabe der Zentral­bahn im September 1916 fast ohne Unterbrechung bewegt hatten, kam in den allmählich an die Stelle des Waldes tretenden offenen Steppen nicht mehr vor. Der Süden des Bezirkes lag noch zum Teil im Bereiche der Tsetsefliege, doch hörte diese schon in der offenen Hügelgegend bei Ssongea auf. Es gab wieder Viehherden und damit für uns Fleisch. Noch weit günstiger wurden die Verhältnisse in den nördlich angrenzenden, zum Fringabezirk gehörigen hochgelegenen Landschaften von Ubena.

Ehe wir in diese gelangten, mutzten wir am 4. Oktober den von den Engländern als breite Automobilstratze ausgebauten Weg Wiedhafen-Ssongea passieren. Hier trat bei der Missionsstation Peramiho ein englisches Bataillon der Truppe entgegen. Der zur Missionsstation vorausgesandte Hauptmann Stemmermann war eine Zeitlang durch den überraschend ausgetretenen Feind von uns abgeschnitten. Er geriet mit einigen wenigen Leuten zeitweise in