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Deutsch-Ostafrika im Weltkriege : wie wir lebten und kämpften / von Heinrich Schnee
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280 Vom Verlust der Zentralbahn bis zum Übertritt aus portugies. Gebiet.

mung der Kolonie in vollstem Matze ihre Pflicht getan. Sie haben unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen bis zum Schluß auf ihren Posten ausgeharrt, die Verwaltung aufrechterhalten und die ^ Eingeborenen in weitestem Umfange zur Erfüllung der Aufgaben ! des Krieges herangezogen. So haben sie die Grundlagen geschaffen ! und bis zuletzt aufrecht erhalten, auf denen die militärischen Taten ! der Schutztruppe möglich waren.

Besonders hervorzuheben ist auch die Haltung unserer eingeborenen z Beamten, welche in ihrer ganz überwiegenden Zahl sich gut bewährt : und trotz der immer schlechter werdenden Verhältnisse treu zu uns - gehalten haben. Leider haben manche dieser braven Leute nachher ^ unter englischer Herrschaft ihre Anhänglichkeit an unsere Regierung ^ und ihre treue Pflichterfüllung mit Deportation und sonstiger übler Behandlung schwer büßen müssen (s. Kap. 27). Auch diese Haltung unserer farbigen Beamten während des Krieges ist wieder ein Be­weis für das Vertrauen, dessen sich unsere Regierung bei den Ein­geborenen erfreute und für unsere Fähigkeit zum Kolonisieren.

Kapitel 19.

Das Geldwesen.

^lXach einem alten Wort gehören zum Kriegführen drei Dinge: Geld, wiederum Geld und nochmals Geld. In Deutsch-Ostafrika han­delte es sich bei der Geldbeschaffung nicht um die Aufbringung der insgesamt nötigen Summen im Lande selbst. Unsere Kriegskosten, welche nicht viel mehr Millionen erreichten, wie in der Heimat Milliarden nach einer vorläufigen Schätzung ungefähr 200 Mill. Rupien gleich rd. 260 Mill. Mark, gingen auf Rechnung des Deutschen Reiches. Die Schwierigkeiten bestanden vielmehr darin, die für den Geldverkehr im Lande nötigen Barbeträge zu beschaffen. Wir hatten die Silberwährung mit eigenen ostafrikanischen Rupien. Die Silbermünzen zu 1, ^ und 1/4 Rupien wurden ebenso wie die Scheidemünzen in Deutschland hergestellt. Auch die Bank­noten der einzigen Notenbank der Kolonie, der Deutsch-Ostafrikani- schen Bank, wurden in der Heimat angefertigt. Um den Bedürf­nissen der schnellen Zunahme des Handels und des Geldumsatzes zu