Wilde Produkte
Es gibt große Bestände an wildem Kautschuk und Guttapercha, die aber bisher nur wenig gezapft wurden. Die Regierung hat malaiische Zapflehrer kommen lassen, um die Eingeborenen zu instruieren, bisher aber keinen Erfolg damit gehabt. Dammarharz und Rotang werden in Morobe gesammelt, Hölzer fast gar nicht geschnitten. Paradiesvögelbälge wurden in größeren Mengen exportiert, um den vollständigen Abschuß und das Aussterben dieser Vögel zu verhindern, sind Jagdverbote erlassen und drei Jagdschutzreserven eingerichtet worden. Bei den Seeprodukten ging der Schild- krötenfang zurück, auch der Trepangfang ist großen Schwankungen unterworfen, weil die nach und nach abgeernteten Bänke und Riffe erst wieder zuwachsen müssen. Von Japanern und malaiischen Tauchern unternommene Perlfischerei hatte wenig Erfolg.
Bodenschätze
Paläozoische und vorkambrianische Gebilde mit Schiefer-, Granit- und Dioritintrusionen, sowie mezozoische und Tertiärschichten mit fossilem Kalkstein, Mergel und Ton ziehen sich über das ganze Gebiet hin, und hierin ähneln sich alle Teile der Kolonie. Vulkanische Gesteine und alluviale Gebilde liegen über Kreide- und Tertiärschichten, Korallenriffe sind in Unzahl vorhanden. Vulkanische Eruptionen sind überall bis in die neueste Zeit tätig gewesen, um die Erdoberfläche zu verändern. Kreide-, Kalksteinlagerungen bis zu 4700 m Meereshöhe sind schon in der Tertiärzeit durch vulkanische Tätigkeit und Erdbeben zerrissen und aufgeworfen worden und haben der Oberflächengestaltung Neuguineas und den benachbarten Inseln ihre heutige Form gegeben, teils sind die Inseln erst aus dem Meere zum Vorschein gekommen. Die Nauru- und Angauriinseln haben große Phosphatlagerstätten auf Korallenkalk liegend.
Das Hauptbodenprodukt der deutschen Südseebesitzungen ist Phosphat, es kommen aber auch Kohle, Gold, Petroleum und andere Mineralien vor.
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