Vorwort.
Bereits in meiner Schrift über „Den gegenwärtigen Handel der deutschen Schutzgebiete und die Mittel zu seiner Ausdehnung“ ! ) habe ich nachgewiesen, daß die Handelsbilanz unserer Kolonien in Zukunft in erster Linie von der Entwicklung des Plantagenbaus abhängig sein wird,, so lange nämlich, bis etwa reiche Mineralfunde oder Massen- ansiedlung von Deutschen der Entwicklung neue Unterlagen geben werden. Die bloße Ausbeutung des vorhandenen Reichtums an Sammelprodukten vermag den Handel auf die Dauer nicht in seiner gegenwärtigen Höhe zu erhalten, geschweige denn seinen geringen Umfang zu erhöhen.
Will man also ein Urteil über die wirtschaftlichen Aussichten der deutschen Schutzgebiete gewinnen, so hat man sich zu fragen, ob der Plantagenbau dort eine Zukunft hat oder nicht. Diese Frage zu untersuchen, ist der Zweck der vorliegenden Schrift, und es ist erfreulich zu sagen, daß die Antwort bejahend ausfällt.
Es erübrigt mir noch, den verschiedenen Firmen und Gesellschaften, die mich bei der Abfassung dieser Arbeit mit Informationen unterstützt haben, auch an dieser Stelle meinen Dank auszusprechen. Insonderheit bin ich dem um die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien so außerordentlich verdienten Kolonialwirtschaftlichen Komitee zu Berlin für die Überlassung der Karte des Plantagengeländes in Kamerun verpflichtet.
Viele Einzelangaben verdanke ich übrigens dem klassischen Werke von Semler über die „Tropische Agrikultur“, das in seiner zweiten, von Dr. R. Hindorf besorgten Ausgabe sich noch mehr als bisher zu einer unschätzbaren Fundgrube einschlägigen Materials gestaltet hat.
A. Seidel.
’) Giessen 1905, Heft 1 meiner „Sammlung von Abhandlungen zur Koionialpolitik und Kolonialwirtschaft.“