Druckschrift 
Deutsch-Ostafrika : Geographie und Geschichte der Colonie ; mit 1 Karte von Deutsch-Ostafrika / von Brix Förster
Entstehung
Seite
161
Einzelbild herunterladen
 

Klima. Vegetation.

161

und daß es nur in Erinnerung an die höhere Januartemperatur bedeutend kühler erscheint als Sansibar.

Nach allen Reiseberichten ist die Luft, sobald man das Gebirge selbst betritt, ungemein erfrischend. Wenn auch die Mittagshitze um 2°5° sich mindert und in vereinzelten Fällen das Thermometer nachts sogar auf 16° und 15° herabsinkt, so scheint doch die ausschlaggebende Ursache des erhöhten Wohl­befindens die Dunstlosigkeit und Reinheit der Atmosphäre zu sein.

Von Ukami wissen wir nach Stanley nur, daß die Tages­temperatur sich gewöhnlich zwischen 23° und 24° U. hält und daß die Nächte kühl sind.

Wirft man zum Vergleich einen Rückblick auf die klima­tischen Verhältnisse des Wami-Gebietes, so ergibt sich, wenig­stens für Januar und Februar, ein wesentlicher Unterschied zwischen Useguha und Usagara einerseits und Usaramo und Kutu andererseits. Jene um 2400 ra höher gelegenen Binnen­länder besitzen eine viel gleichmäßigere warme Tagestemperatur und infolge dessen eine um die Hälfte verminderte Abkühlung; dagegen übersteigt das Maximum der Mittagshitze am Kingani, am Mgeta und auf dem südlich anstoßenden niedrigen Plateau das Maximum der andern Landschaften um 7° U. Auch die Heftig­keit der Abkühlung von Nachmittag bis Sonnenuntergang in der Thalebene von Sungomero wird nur annähernd von jener am Südfuße des Rubeho-Gebirges erreicht: dort 8°12°, hier 4°8° U.

Vegetation und Thierwelt.

Nach der allgemeinen Gestaltung und nach den klimatischen Verhältnissen hat das Gebiet des Kingani drei voneinander getrennte Eigenthümlichkeiten in Bezug auf die Pflanz en- bedeckung: der schmale Küstensaum producirt außer Getreide eine große Anzahl tropischer Früchte, er zeichnet sich durch Kokospalmen und Kopalwaldungen aus, in denen das halb­fossile Harz in ungeheuerer Menge und von besonderer Güte

Förster. 11