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Das Kilimandscharo-Gebiet.
freundschaftlichen Erpressungen fügen und vermehren auf diese Weise ständig seine Einkünfte. Von ähnlich zuvorkommender Gesinnung ist Mareale, der Beherrscher von Marangu.
Wieviele selbständige Fürstenthümer am Kilimandscharo andauernd existirt haben oder noch existiren, läßt sich aus den verschiedenen Reiseberichten nicht sicher entnehmen. Mit einiger Bestimmtheit kann man gegenwärtig vier unabhängige Staaten nennen: Madschama, Moschi, Marangu und Rombo. Jeder Staat hat seinen König, Mangi; er ist unumschränkter Herr des Landes und des Volkes; selbst über die Ehen verfügt er. Er ruft alle Jünglinge und Männer, die waffenfähig sind, zusammen und überfällt bei günstiger Gelegenheit die Nachbarn. Doch ist er durch die Sitte gezwungen, bei kriegerischen Unternehmungen den Rath der Aeltesten anzuhören, die Siegesbeute und auch den Tribut der Karavanen mit seinem Volke zu theilen.
Die Gemeinden von Taveta, Kahe und Klein-Aruscha besitzen eigene Häuptlinge und sind voneinander und von den Nachbarstämmen politisch unabhängig.
Schlußbetrachtung.
Das Kilimandscharo-Gebiet liefert alle Nahrungsbedürfnisse in reichlichster Fülle: Getreide, Gemüse und Bananen von ganz besonderer Güte; Milch, Honig; Rinder, Schafe, Fische; in geringerer Menge Zuckerrohr und Taback.
Da das Land schwach bevölkert ist, so kann durch vermehrten Ackerbau die Produktion gesteigert werden.
Exportirt werden hauptsächlich Elfenbein, auch Straußenfedern. Der Wildreichthum bietet in Bezug auf Erwerb werthvoller Häute die lohnendsten Aussichten.
Als Jmportwaaren werden gesucht: Baumwollzeuge, Messing- und Eisendraht; weiße, rothe und blaue Perlen.