Politische Verhältnisse.
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sich bei ihnen in Aruscha nieder, deponiren hier vertrauensvoll einen Theil ihrer Waaren, während sie ihre Streifhandelszüge in das eigentliche Masai-Land unternehmen.
Die Wandorobbo zählen zur Gruppe der Völkersplitter. Niemand weiß, woher sie kamen und zu welchem Stamm sie gehören. Sie sind ausschließlich nomadisireude Jäger; in dringender Noth vermischen sie sich als Rinderknechte an die Masai, die sie verächtlich behandeln. Man trifft ihre im Dickicht versteckten Hütten in größerer Anzahl bei Useri an der Ostseite des Gebirges. Ihre Sprache wird nur vou den Stammesangehörigen verstanden. So furchtsam und mistrauisch ihr Benehmen gegen die Nachbarstämme ist, so tapfer und schlau zeigen sie sich bei der Jagd auf Elefanten. An sie wenden sich gelegentlich die Karavanen beim Einkauf von Elfenbein.
Politische Verhältnisse.
Muini Mkoma soll vor 150 Jahren aus dem Pangani- Thal gekommen sein und am Fuß des Kilimandscharo das Fürstenthum Kilema gegründet haben. Sein Urenkel Masaki war noch 1848 der mächtigste Herrscher in Dschagga; nach dieser Zeit galt als solcher Mamkinga von Madschama und blieb es mindestens bis zu Anfang der sechziger Jahre.
Gegenwärtig genießt Makindara oder (auf Kisuaheli) Mandara iu Moschi den Ruf, die umfangreichste Gewalt zu besitzen, aber doch nur insofern mit Recht, als er die größten Raubzüge im Verein mit den Masai gegen Useri oder Ugono unternimmt; denn Unterthan sind ihm keine andern Häuptlinge.
Mandara war zu den Zeiten Rebmann's ein Knabe, zur Zeit von der Decken's ein Jüngling, bei Thomson, Johnston und I)r. Hans Meyer ein Mann. Er hat immer Nutzen aus dem Besuch von europäischen Gästen gezogen und ist so klug, ihreu dauernden Aufenthalt zu wünschen, denn sie müssen sich seinen