Dschaggaland.
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Das Kilimandscharo - Gebirge * mit dem Dschaggaland.
Das über 6000 in hohe Gebirge steigt an der Südseite aus der Hochebene, die im Westen 1230 rn und im Osten 780 in über dem Meere liegt, ganz allmählich in drei großen Terrassen empor; die unterste, breiteste Terrasse ist zwischen 1000 und 1800 rn Höhe, die zweite in der Höhe von 4300 in und die letzte in der Höhe von 4800 rn gelagert.
Zwischen der Sumpfwaldzone der Niederung und der untersten Erhebung zieht sich stückweise ein Savannenstreifen hin, bedeckt theils mit scharfkantigem Gras, Dornengebüsch und leichtem Gehölz, theils mit Lavaasche und trachitischem Gestein, durchfurcht von den steilen, schwierig überschreitbaren Rinnsalen der Bäche und Flüsse, unterbrochen von vulkanischen Kegeln und Höhenzügen. Dadurch ist die Gangbarkeit längs des Fußes des Gebirges ungemein erschwert; die Eingeborenen benutzen deshalb die hoch am Berg gelegenen Verbindungswege, die von Ost nach West in die einzelnen Gebiete führen.
Die erste, unterste Terrasse (1000—1800 in über dem Meere), welche sich durch mächtige Laubbäume, zierliche Palmen und blumengeschmückte Wiesen ankündigt, bildet den bewohnten Theil des Gebirges und ist das vielgepriesene Dschaggaland. Als ein bis zu 16 Irrn breiter Gürtel umfaßt es die Bezirke von Madschama, Uru, Moschi und Marangu; es setzt sich im Osten oberhalb Rombo zu einem nicht cultivirten, aber culturfähigen, 2500 in hochgelegenen Plateau fort.
Die von Norden nach Süden Herabfließenden Gewässer zertheilen die Terrasse in tiefe, enge Thäler. Die Wohnstätten und Felder der Bewohner liegen auf scharfgetrennten Bergrippen. Die Unzugänglichkeit des Geländes haben die Ein-
i Die Suaheli nennen es: Kilima (Berg)-ndjaro (des bösen Geistes); die Wadschagga: Kibo und Kimawensi, zuweilen auch: Mangi — Herr; die Masai: Oldoinjo ebor — den sehr hohen weißen Berg (dönjo — Berg, ebor — weiß).