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Das Kilimanbscharo-Gebiet.
den Europäer ungern, der zu ihm hinabklettert. Eine blühende Landschaft soll da begraben sein mit Menschen und Vieh, deren Stimmen man nachts zu vernehmen glaubt. Sein Wasser ist süß und wohlschmeckend, ähnlich wie Regenwasser.
Die Savannen- und Sumpfwaldzone.
Die Savannenzone dehnt sich als 10—30Irrn breiter Gürtel von Komboko im Westen, oberhalb des fruchtbaren Landstriches von Klein-Aruscha und Kahe, dann den Kilema, Jipe und Nabali aufwärts, bis dicht nach Taveta und dem Flusse Lumi aus. Sie ist eine Steppe hohen, harten Grases, deren Monotonie von Baobabs, .durch Gebüsche von Fettpflanzen, Armleuchter-Euphorbien und Wolfsmilchbäumen, und durch die Galeriewälder an den Ufern der zahlreichen Flüsse unterbrochen wird. Sie ist der Tummelplatz für Antilopen, Gazellen, Giraffen, Strauße, Büffel und Nashörner.
Die Sumpfwaldzone drängt sich nördlich der Steppe theilweise bis hart an den Aufstieg des Gebirges heran. Es ist ein düsterer, hochstämmiger Wald, stellenweise ganz aus Baobabs bestehend, die 25—30 in voneinander entfernt emporstreben, voll von Schilfmorästen, deren größter südlich von Moschi bis an die Savanne reicht. Das Unterholz wird von so dichtem und Zähem Gestrüpp gebildet, daß man nur mit der Axt sich Bahn brechen kann. Als Wege dienen die von Rhinocerossen, Elefanten oder Büffeln getretenen Pfade, ein Wirrsal, aus dem allein Eingeborene sich herausfinden können. Eine Menge von 4 in tiefen, wohlverdeckten Wildgruben steigert die Unwegsamkeit. Die Gebirgsbäche und Flüsse stürzen in bis 4 in tiefen schilfbewachsenen oder felsigen Schluchten dahin, einige mit einer Breite von 6—8w.
Da der Wald die Ufer des Sonja und des obern Nabali nicht überschreitet, so kann man, ohne ihn durchkreuzen zu müssen, das Dschaggaland erreichen, entweder von Aruscha über Komboko nach Madschama oder von Taveta nach Marangu.