Print 
Deutsch-Ostafrika : Geographie und Geschichte der Colonie ; mit 1 Karte von Deutsch-Ostafrika / von Brix Förster
Place and Date of Creation
Page
97
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Pare und Ugono. 97

Da der Eingeborene über den häuslichen Bedarf zu säen und zu ernten gewohnt, auf Gewinn und Verdienst erpicht ist, so stehen auch die nöthigen Arbeitskräfte bei mäßigem Lohn zur Verfügung.

Kare und Hlgono.

Das Pare- und Ugono-Gebirge zieht sich in einer Länge von etwas mehr als 100 üin oder von 810 Tagemärschen mit geringer Breitenausdehnung an der östlichen Seite des Pangani vom Norden Usambaras bis in die Ebene von Aru- scha und des Jipe-Sees hin. Das Innere der waldigen Berge ist noch nicht erforscht; Dr. Fischer schätzt die Höhen auf 600900 nr. Die Ostseite fällt ziemlich steil ab; die Westseite ebnet sich sanft gegen den Pangani hinunter. Das Gestein ist Gneis, in Ugono reich an Eisenglimmer. Aus der Mitte der Bergkette schiebt sich von West nach Ost eine niedrige Hügelreihe, die Kisungu, in die Nyika-Ebene vor. Wenn auch die Naturprodukte, welche die Bewohner auf die Markt­plätze am Rande des Gebirges bringen, auf Fruchtbarkeit und deshalb auf Feuchtigkeit im Innern schließen lassen, so treten doch nur ein paar Flußläufe in Pare nach außen: der Mko- masi bei Gondja, der bei Maurui in den Pangani mündet, der Kiswani, der östlich in der Steppe verrinnt, und auf der Westseite allein die Bäche Wudere und Maknjuni, letzterer mit tiefem Thaleinschnitt, dem Uebergang vom Pangani- Thal nach Gondja.

Angebaut werden: Bohnen, Erbsen, Mais, Bananen, Zuckerrohr, auch Taback, und in West-Ugono Ricinusstauden von erstaunlicher Höhe. Rindviehzucht wird überall betrieben und man erhält im Gegensatz zu Usambara eine ganz vor­treffliche Butter.

Ugono ist berühmt durch das Vorkommen von Eisen. Man gewinnt es aus dem Sand der Bäche; leicht abgeschwemmt

Förster.

7