Druckschrift 
Erinnerungen aus meinen Pflanzerjahren in Deutsch-Ost-Afrika / R. Kaundinya
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

spart. Alle, jedes in seiner Art, haben dieselben durchlebt; am meisten da, wo rasch ein reges Leben sich entwickelte. Es entstehen Gärungen, die erst allmählich zur Klärung führen. Es bilden sich Extreme und schaffen Gegensätze; diese be­rühren sich, reiben sich aneinander; aus ihnen erst ist stets neues Leben entstanden.

Man muß fast sagen, es ist dies ein normaler, wenigstens naturgegebener Werdegang. Auch Deutsch-Ost-Afrika durchlebte ihn.

Mangelhafte Kenntnisse und bewußter Unverstand führ­ten vielfach zu Mißerfolgen. Einzelne Männer, die durch diese Strömung hindurch ihr Selbstbewußtsein und ihren klaren Blick bewahrt hatten, schöpften aus ihr die Erkennt­nis. Dieser folgte bewußtes Zielstreben, positive Kolonisa­tionsarbeit. Einmal in diesem Fahrwasser, machte Deutsch-Ost-Afrika rasche Fortschritte.

Geographisches und Klimatisches.

Deutsch-Ost-Afrika, unsere ausgedehnteste, wertvollste, schönste und wohl zukunftsreichste Kolonie, an seiner Nord­grenze nur einen Grad südlich des Äquators gelegen, grenzt im Norden an Britisch-Ost-, im Süden an Portugiesisch-Ost- Afrika, im Südwesten an Nord-Rhodesien und im Westen an Belgisch-Kongo. Von diesem ist es größtenteils durch die großen Seen Tanganyika und Nyassa getrennt, von Portu- giesisch-Ost-Afrika durch den Rowumastrom.

Es hat einen Umfang von nahezu einer Million Qua­dratkilometer, ist also mehr als doppelt so groß wie Deutsch­land.

Die Gesamtbevölkerung wird schätzungsweise auf acht bis zehn Millionen Menschen angenommen; eine genaue Zählung ließ sich bis jetzt nicht durchführen.