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Die deutschen Schutzgebiete : Erwerb, Verwaltung und Gerichtsbarkeit / Hellmuth Kuhn
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§ 1 . .ifir, Einleitung.

Von jeher ist es das Bestreben aller kraftvollen Völker gewesen, ihre Macht weiter auszudehnen und aus diesem Bedürfnis heraus Niederlassungen in fremden Gebieten an­zulegen. So entstanden die Kolonien. Von den Völkern des Altertums, die den Gedanken der Kolonisation zur Aus­führung brachten, sind vor allem die Phönizier (Kartago), Kartager (Spanien), Griechen (Klein-Asien, Sizilien) und die Römer (Gallien, Afrika, Germanien) zu erwähmen. Im Ueber- gang zum Mittelalter tauchten alsdann die Germanen als Kolonisationsvölker auf. Denn tatsächlich ist die Errich­tung germanischer Reiche auf römischem Boden nichts anderes als eine Kolonisation, und zwar eine der groß­artigsten, die die Weltgeschichte kennt. Nach dem Unter­gänge fast sämtlicher germanischen Reiche auf römischem Boden haben sich die Deutschen besonders erfolgreich ge­zeigt bei der Kolonisation des slavischen Ostens. Erinnert sei hier nur an deutschen Orden, dessen germanisierende Tätigkeit sich bis nach Narwa erstreckte. Im späteren Mittelalter verloren dann die Deutschen einen großen Teil der von ihnen kolonisierten Gebiete infolge ihrer Uneinig­keit und Zerrissenheit. Auch diesen Gründen erklärt sich auch das Fernbleiben der Deutschen bei der Kolonisation Afrikas und der neuen Weltteile. Allerdings hat es nicht

1. Vgl. zum Folgenden: Hassert S. 5f und v. Stengel, An­nalen, 1S95 S. 516 f.