§ 1 . • .ifir, Einleitung.
Von jeher ist es das Bestreben aller kraftvollen Völker gewesen, ihre Macht weiter auszudehnen und aus diesem Bedürfnis heraus Niederlassungen in fremden Gebieten anzulegen. So entstanden die Kolonien. Von den Völkern des Altertums, die den Gedanken der Kolonisation zur Ausführung brachten, sind vor allem die Phönizier (Kartago), Kartager (Spanien), Griechen (Klein-Asien, Sizilien) und die Römer (Gallien, Afrika, Germanien) zu erwähmen. Im Ueber- gang zum Mittelalter tauchten alsdann die Germanen als Kolonisationsvölker auf. Denn tatsächlich ist die Errichtung germanischer Reiche auf römischem Boden nichts anderes als eine Kolonisation, und zwar eine der großartigsten, die die Weltgeschichte kennt. Nach dem Untergänge fast sämtlicher germanischen Reiche auf römischem Boden haben sich die Deutschen besonders erfolgreich gezeigt bei der Kolonisation des slavischen Ostens. Erinnert sei hier nur an deutschen Orden, dessen germanisierende Tätigkeit sich bis nach Narwa erstreckte. Im späteren Mittelalter verloren dann die Deutschen einen großen Teil der von ihnen kolonisierten Gebiete infolge ihrer Uneinigkeit und Zerrissenheit. Auch diesen Gründen erklärt sich auch das Fernbleiben der Deutschen bei der ■ Kolonisation Afrikas und der neuen Weltteile. Allerdings hat es nicht
1. Vgl. zum Folgenden: Hassert S. 5f und v. Stengel, Annalen, 1S95 S. 516 f.