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Die Wirtschaftstätigkeit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft in den Jahren 1887-91 und ihre wichtigsten Voraussetzungen / von Bruno Kurtze
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daß die DOAG zwar nichts unversucht ließ, um den gouverne- mentalen Anforderungen, die die Situation stellte, nachzukommen, daß aber alle Maßnahmen dieser Art in den Anfängen stecken blieben und seltsam mit der phantasievollen Größe des Entwurfs kontrastieren. Es ist ein Bild, das gefangen nimmt, wenn Peters gelegentlich in markanten Strichen den strategischen Grundgedanken zeichnet, der für die Anlage der Stationen maßgebend gewesen sein soll, und von den vier mächtigen Bollwerken Pangani, Dar- essalam, Aruscha-Moschi und Mpapua spricht, die bestimmt seien, deutsches Kolonialland nach Nord, Süd, Ost und West gegen jeden Feind zu verteidigen: Eine schöne Phantasterei, wenn man bedenkt, daß es sich um den Schutz von 45000 Quadratmeilen Landes mit ganz unzulänglichen Mitteln handelt, über die auch der Name Bollwerk nicht hinwegzutäuschen vermag. Der grandiose Entwurf, die kraftvolle Vertretung einer Idee, der bis zur Selbst­täuschung gehende Glaube an das Unwahrscheinliche das waren die starken Kräfte, mit denen Peters die großen Erfolge der Expansions- und Erwerbungspolitik ertrotzt hatte. Doch nun war die ostafrikanische Sache aus dem Stadium des Wagens heraus und mit der Statuierung des Rentabilitätsprinzips in die Zeit kühlen und ruhigen Wägens getreten. Zu rechnen war vor allem auch mit der durchaus bescheidenen Finanzkraft des Unternehmens, die Peters offenbar überschätzte.

So gelang ihm denn die administrative Durchdringung und wirkungsvolle politische Beherrschung des Territoriums so wenig, wie es möglich gewesen war, durch Plantagenbau zu einem, wenn auch bescheidenen Grade von Rentabilität zu kommen.

6. Abhängigkeit der Stationenpolitik von den Verhand­lungen zum Küstenvertrage. Man empfand in den Berliner leitenden Kreisen der DOAG die bisher verfolgte administrative Stationenpolitik als eine Last. Das beweisen die häufigen Seufzer über die Schmerzenskinder, die unproduktiven Stationen im Innern; das beweisen die Pläne zur Auflassung oder zum Verkauf derselben, zur Ersetzung der extensiven durch eine an wenigen Punkten konzentrierte, intensive Bewirtschaftung und endlich die Betrachtungen und Hoffnungen, die an die Ratifikation des Küstenvertrages geknüpft wurden. Dennoch entschloß man sich zunächst nicht zu einer durchgreifenden Reform. Sowohl die Generalvertretung in Zanzibar, wie Direktion und Direk­tionsrat in Berlin zögerten mit dem erlösenden Wort.