- vis Faserpflanzen werden in der folgenden Uebersicht nicht nur diejenigen Gewächse aufgeführt, welche Textilfasern im eigentlichen Sinne liefern, sondern auch solche, von denen einzelne Theile entweder direkt als Flecht-, Seil-, Bürsten-, Polstermaterial oder dergl. verwendet werden oder auch in technisch mehr oder weniger umgewandelter Form als Material für Papierfabrikation dienen. Die Pflanzenfasern in dieser allgemeineren Auffassung kann man nach ihrer Verwendung in folgende Gruppen bringen:
1. Textilfasern im engeren Sinne, zur Herstellung von Geweben, z. B. Flachs, Baumwolle, Hanf, Jute, Ramie, Nesselfaser, neuseeländischer Flachs, feinere Aloe- und Sansevieriafaser.
2. Seilmaterialien, wie Hanf, neuseeländischer Flachs, Jute, Flachs, Manilah anf. Pisahanf.
3. Bindematerialien, z. B. Ulmen- und Lindenbast.
4. Flechtstoffe zur Herstellung von Matten, Decken, Körben, Hüten, z. B. spanisches Rohr, Bambus, Esparto und Stroh von verschiedenen Gräsern.
5. Deckmaterial zur Herstellung von Dächern und Wänden, wie Bambus und Blätter
von Palmen und Musaceen. ~~
6. Bürsten- und Besenmaterialien, z. B. Piassave, Coirfaser, Esparto, Reisbesen.
7. Stopf- und Polstermaterialien, wie Kapok und andere Pflanzendunen, Seegras, Holzwolle.
8. Papierfasern, z. B. Lein, Hanf, Baumwolle, Esparto, Stroh, Holzstoff, Holzcellulose, Bambusrohrfasern.
9. Rinden als Kl ei dungs ma terial, wie sie von unkultivirten Völkern benutzt werden.
Wenn man weiter in Betracht zieht, aus welchen Theilen der Pflanze die einzelnen Faserstoffe stammen, so zeigt sich, dass dieselben sehr verschiedenartige Dinge darstellen können. Von diesem anatomischen Gesichtspunkt aus kann man die Pflanzenfasern wiederum in eine Anzahl von Gruppen bringen.
1. Ganze Pflanzen oder Zweigsysteme; von solchen wird z. B. die Tillandsia- Faser gebildet.
2. Wurzeln sind die sogenannten Reiswurzeln, die dünnen Wurzeln von gewissen Gräsern, z. B. von Andropogon Gryllus.
3. Ganze Blätter oder Blattabschnitte sind z. B. das Espartostroh und die Palmettofaser oder Crin d’afrique, die zerschlitzten Blätter von Chamaerops humilis.
4. Blüthenstände sind die sogenannten Reisbesen, die von den Aehrchen befreiten reifen Rispen von Sorghum-Arten.
5. Gefässbündel aus dem Stamm von monokotylen Pflanzen, z. B. der
Manilahanf. *