Versteinerungen des Tertiärs.
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überein, nur die neue Operculina sowie die N. laevic/ata, Lucasana (?) und (jranulosa fehlen in Newton’s Liste, die hingegen einige sonst weit verbreitete Formen aufführt, welche ich vorläufig in dem deutsch-ostafrikanischen Material nicht zu constatiren vermag. Die Mehrzahl der ostafrikanischen Arten ist ferner aus Indien und Südeuropa bekannt, während die Verwandtschaft mit der ägyptischlibyschen Fauna geringer zu sein scheint. Von den spezifischen Formen der Sunda-Inseln endlich ist in den vorliegenden Handstücken keine einzige vertreten.
Operculina africana n. sp.
Diese Art erreicht mit sieben Umgängen einen Durchmesser von 23 mm. Die Dicke, welche sehr gering ist, konnte ich wegen der schlechten Erhaltung des Materials nicht messen. Die Kammern sind etw^a doppelt so hoch als breit und werden von zweiblättrigen, mässig rückwärts gebogenen Scheidewänden, sowie den ca. 0,9 mm dicken Spiralwandungen begrenzt. Die Zahl der Scheidewände beträgt bei 4 mm Radius: 5 auf 3 mm Spira.
Abb. 53.
0 . africana ist mit der von Schw'ager 1 ) als 0 . cf. canalifera d’Arch. beschriebenen libyschen Art jedenfalls sehr nahe verwandt. Die Exemplare vom Gebel Ter, die ich in der paläontologischen Sammlung in München mit den vorliegenden ostafrikanischen vergleichen konnte, zeigen dieselben Maasse in ihrer Entwickelung, aber einen geringeren Maximaldurchmesser (1.5 mm), doch ist letzteres vielleicht Zufall, da nur ein kleines Gesteinsstück mit Schalen vorhanden ist. Ob die 0 . africana an den Rückenkanten auch Knoten trägt, konnte ich bei ihrem schlechten Erhaltungszustand nicht feststellen. Jedenfalls aber hat sie dieselbe flach-tellerförmige Gestalt wie die Art vom Gebel Ter.
Sehr ähnlich, jedoch rascher an wachsend, ist ferner eine noch grössere, meines Wissens noch nicht beschriebene Operculina aus dem mittleren Eocän von Lupoglav (Istrien), welche mit sieben Umgängen etwa 40 mm Durchmesser erreicht und ebenfalls flach tellerförmig gebildet ist.
B. Versteinerungen des Neogens.
Zwischen den eocänen und den nächst jüngeren Ablagerungen scheint eine weite Lücke zu sein. Unter den Gesteinsproben mit tertiären Petrefakten befand sich keine, welche organische Reste sicher oligocänen Alters erithielt. Vielmehr scheint, soweit die Versteinerungen dies erkennen lassen, die nächst jüngere, uns erhaltene Fauna, die Echinidenfauna von Lin di, bereits miocän oder gar pliocän zu sein. An der Ostseite des Lindi-Krieks finden sich in
9 Palaeontographica. Bd. 30, S. 144, Taf. 29, Fig-, 3a u. b.