II. Potonic.
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Für die südliche Erd-Hemisphäre nördlich bis Afghanistan und Tonkin*) hätten wir also auf Schichten folgend, welche hinsichtlich ihres Pflanzenbestandes zum echten produktiven Carbon gehören und z. B. in Süd-Amerika, Australien, Süd-Afrika bekannt sind, einen mächtigen, durch Gangamopteris und Glosso- pteris charakterisirten Schichtencomplex, der vom Permo-Carbon unter Umständen bis zum Jura reicht. Glossopteris beginnt in den unserem Perm, dann zunehmend in den unserer Trias entsprechenden Schichten der so weit verbreiteten palaeozoisch-mesozoischen Süd-Floren, um dann bis zum Jura nur noch vereinzelt zu erscheinen.**)
B. Fossile Hölzer aus den Makonde-Schichten (obere Kreide).
Fossile Hölzer, die nach W. Bornhardt’s Angaben wahrscheinlich sämmt- lich aus den der oberen Kreide angehörigen Makonde-Schichten stammen, wenn sie auch meist in Form von Gerollen auf sekundärer Lagerstätte aufgelesen sind, liegen von folgenden Fundorten vor:
I. 31. Jan. 1896, gegen Y 2 9 Uhr. Loses Stück auf der Höhe des Plateaus »Tunduru-ya-muisho« (Seehöhe 670 m).
II. 3. Febr. 1896, 11 45 . Loses Stück in dem Hügellande 1,5 km östlich vom Lager »Harussi-ya-Makadari« (Seehöhe 720 m).
III. 4. P'ebr. 1896, I 21 . 400 m östlich vom Lager Makungo (Seehöhe 750 m).
IV. 4. P'ebr. 1896, i 30 . 200 m östlich vom Lager Makungo (Seehöhe 750 m).
V. 6. Febr. 1896, 8 8 . In zahlreichen losen Stücken in den Regenrissen, die
von dem 760 m hochgelegenen Mikwangua-Plateau zu den darin eingeschnittenen Thalsenken hinunterführen. (I bis V von der Reise Lindi-Nyassa.)
VI. 8. April 1897, 12 h . Gemarkung Mkaravanye westlich von Mtshinga. Viele
Brocken von verkieseltem Holz, Nummulitengestein, Quarz u. s. w. auf dunklem thonigem Boden.
VII. 15. April 1897. Gerolle im Tshikotsha-Bache westlich von Mtshinga.
VIII. 20. Mai 1897. Gerolle im Nguanga-Bache, dicht beim Lager vom 19. bis
25. Mai 1897.
IX. 7. Juli 1897, 12 44 . Landschaft Usaramo, Gemarkung Kitomondo. Kies
lage am Ostfusse des Mhuala-Plateaus.
X. 12. Juli 1897, 11 45 . Gemarkung Muanakassi, am Wege von den Gonga- rogua-Bergen nach Magogoni am Ruvu. Aus einer Gerölledecke, die durch das leicht hügelige Gelände weit verbreitet ist.
!i! ) Die Angaben von Glossopteris an Fundpunkten in Europa bedürfen der Revision; so hat man einzelne Blättchen von Sagenopteris für Glossopteris gehalten, die freilich bei fehlendem Zusammenhang mit den übrigen Blättchen eines Sagenopteris-Blattes von Glossopteris kaum zu unterscheiden sind. Auch Taeniopteris mit schlecht erhaltener Äderung und andere Reste können Glossopteris vortäuschen; so macht der von Bosniaski (Flora fossile del Verrucano nel monte Pisano. Soc. Toscana di Science Naturali 16. novembre Pisa 1S90) als »Glossopteris cfr. indica« bezeichnete Rest (Fig. 4), der gar nichts mehr von einer Maschen-Aderung erkennen lässt, etwa den Eindruck eines schlecht erhaltenen Taeniopteris-Blattes. Ueber die Angabe von Glossopteris im nordrussischen Perm durch W. Amalitzky (Note sur les nouvelles trouvailles paleontologiques faites dans les depots sablo-marneux permiens de la Soukhona et de la Petite Dwina. — K. naturforsch. Ges. zu St. Petersburg Bd. XXV 1 I 1 , Theil I, 1S96) ist erst Näheres abzuwarten. Herr Zeiller (Sur la de- couverte, par M. Amalitzky, de Glossopteris dans le permien superieur de Russie. — Bull. Soc. botan. France, 8. juillet 1898, p. 392 ff., Paris 1899) nimmt den letzterwähnten Fund als hinreichend begründet an. — Während der Korrektur des vorliegenden Aufsatzes sendet mir Ilerr Zeiller einen Korrektur-Bogen seiner Arbeit »Etüde sur la flore fossile du bassin houiller d’Heraclee (Asie mineure)«. — (Mem. Soc. geol. de France No. 21, Paris 1899), in der er nachweisst, dass von den beiden Autoren (Schlehan und Etheridge), welche in diesem Becken Glossopteris angeben, der eine diese Gattung mit Linopteris verwechselt haben dürfte, der andere jedoch einen Lepidophyllum- Rest als Glossopteris bezeichnet hat.
”'*) Hinsichtlich des angeblichen Vorkommens von Glossopteris schon im echten Carbon vergl. die Anmerkung weiter oben zu »6. Ost-Australien, insbesondere Neu-Süd-Wales«, auf S. 507.