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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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II. Gutachten über den Charakter der deutseh-ostafrikanisehen Thermen von Madyi ya Weta und dem Taggallala-See und ihre Bedeutung

als Heilmittel.

Erstattet von Dr. Erich Harnack,

O. Ö. Professor der Medizin und Direktor des Künigl. pharmakologischen Instituts der Universität Halle-Wittenberg.

Die im deutsch-ostafrikanischen Kolonialgebiete entdeckten heissen Quellen von Madyi ya Weta und dem Taggallala-See, von wesentlich anderem Charakter, als die schon früher untersuchten und von mir ::: ) begutachteten Schwefelthermen von Amboni und Nyongoni, besitzen nach den mir mitge­teilten. im Laboratorium der Königl. geologischen Landesanstalt und Berg­akademie ausgeführten Analysen die folgende chemische Zusammensetzung.

In 1

Liter des Wassers sind enthalten (in

ff):

Bezeichnung

Na» C0 3

n

0

u .1

Ca C0 ;l

Fe CO;,

NaoSOj

K, S0 4

Na CI

Si 0 2

Summe der festen Stoffe

Spec. Gew.

Ileisse Quelle Madyi ya Weta Temperatur:

72 0 C.

BIO 55

0,1 IOO

0,1621

0,0069

0,5500

OH 35 1

0,2917

0,0644

2,4257

1,002

Iieisse Quelle am Taggallala- See. Temperatur: 44 ° C.

2,9625

0,0680

0,1536

0,0077

0,6350

0,4850

M 55 2

0,0576

5-5246

1,005

Demnach handelt es sich hier um Mineralquellen, die (abgesehen von der Kieselsäure) hauptsächlich Carbonate, Sulfate und Chloride enthalten und die der Baineolog ohne Zweifel in die Gruppe der alkalisch-salinischen Wässer, und zwar der alkalisch-salinischen Thermen einreihen wird. Die alkalisch-salinischen Wässer gehören zu den allerwichtigsten Heilquellen, deren Bedeutung sich der allgemeinsten Anerkennung in der Heilkunde erfreut. Unter den alkalisch-salinischen Thermen stehen die weltberühmten Quellen von Karlsbad bisher ohne Rival*) **) da, unter den kalten Quellen dieser Art ge­messen Marienbad, Franzensbad, Tarasp und Elster ebenfalls einen festbegründeten Ruf.

Mit den alkalisch-salinischen Thermen Deutsch-Ostafrikas ist demnach dem deutsch-böhmischen Karlsbade ein, wenn auch vorläufig wohl ungefährlicher,

*) Vgl. Deutsches Kolonialblatt IX. 1898, No. 6, und hierunter Anhang- III.

**) Das Bad Bertrich (Rheinprov.) besitzt zwar auch eine warme alkalisch-salinische Quelle, die aber quantitativ, d. h. in Bezug auf den Gehalt an festen Bestandtheilen überhaupt, so sehr hinter Karlsbad zurücksteht, dass sie demselben doch nicht an die .Seite gestellt werden darf.