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Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas : Ergebnisse der von dem Bergassessor W. Bornhardt in den Jahren 1895 - 1897 in Ostafrika unternommenen Reisen ; Mit 27 Tafeln in Lithographie und Lichtdruck und zahlreichen Abbildungen im Text ; In besonderer Mappe: 4 topographische, 4 geologische Specialkarten im Maassstabe von 1:500000, 2 Tafeln Profile und 1 Uebersichtskarte mit Einzeichnung der Reiserouten im Maassstabe von 1:2000000 / Veröff. im Auftr. und mit Unterstützung d. Kolonial-Abth. d. Auswärt. Amtes. Die topogr. Kart. konstr. und berab. von P. Sprigade und M. Moisel
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ERSTES KAPITEL.

Reise von Tanga über Muhesa nach Mruasi in Bondei und über den Margarethen-Fall des Pangani und die Plantage Lewa zurück nach Tanga.

Vom 26. November bis 5. Dezember 1895.

1. Hinreise. Zur Untersuchung der aus dem Hinterlande von Tanga gemeldeten Goldfunde verliess ich mit meinem Begleiter Schwarz Dar-es-Salam acht Tage nach dem Eintreffen daselbst, am 20 November, und erreichte Tanga am 22. November.

Nach kurzen Vorbereitungen brachen wir von Tanga, unter Benutzung der auf 36 km Länge fertig gestellten Eisenbahn Tanga-Muhesa, am 26. November auf und erreichten nach sechsstündigem Marsche vom Endpunkte der Bahn aus am 27. November das in der Landschaft Bondei, an der Kreuzung der Kara­wanenstrasse Tanga-Korogwe mit dem Niusi-Bache, gelegene Dorf Mruasi als den Mittelpunkt des »Goldgebietes«.

Routenaufnahmen und spezielle geologische Aufzeichnungen habe ich auf dieser ersten Reise nicht gemacht, da mir die Neuheit der Umgebung und die Fülle der sich aufdrängenden neuen Eindrücke den Sinn noch zu sehr ge­fangen hielt.

2. Oberflächengestaltung. Mruasi ist inmitten einer von Wasserläufen stark zerfurchten Hügellandschaft, deren grösste Höhenunterschiede 100 bis 150 m betragen mögen, belegen. Die ziemlich gleichmässige Höhe, zu der die Hügel­wellen hinaufreichen, scheint darauf hinzudeuten, dass das Land vor dem Ein­tritt der heute herrschenden Erosions - Periode eine ebene Oberfläche be­sessen hat.

Einige Stunden nördlich von Mruasi steigt das Gebirgsmassiv von Ost- Usambara oder Handei schroff und unvermittelt aus der Hügellandschaft %uf. Die vorhandenen Karten zeigen, dass dieses Massiv und mit ihm die weiter westlich folgenden Massive von West-Usambara und Pare »Gebirgs-Inseln« bilden, die mit scharfer Umrandung gegen eine , sich ringsum ausbreitende ebene bis leicht hügelige Landschaft abgesetzt sind. Oestlich von Mruasi ragen noch einige Bergkuppen, die im Vergleich zu jenen Gebirgsmassen aber ganz unbe­deutend sind, inselartig über das umgebende Hügelland empor. Als wichtigste derselben ist der auf der Westseite der Plantage Lewa gelegene Tongue-Berg zu nennen.

3. Geologie. Die Gebirgsmassen nebst den östlich von Mruasi gelegenen Bergkuppen bestehen aus Gesteinen der Urgneissformation, vorwiegend Biotit- Hornblende-Gneissen, oft mit reichlichem Gehalt an Granat, die in meridionaler Richtung streichen und nach Osten einfallen. Die gleichen Gesteine treten in