Einleitung.
l. Anlass zur Reise und Reisevorbereitungen. Im Juli 1895 trat die Anfrage an mich heran, ob ich geneigt sei, . im Dienste des Kaiserlichen Gouvernements von Deutsch-Ostafrika nach dem deutschen Nyassa-Gebiete zu gehen, um dort gewisse Vorkommnisse von Steinkohlen bergmännisch zu untersuchen.
Es handelte sich um Vorkommnisse, die der inzwischen, im Juli 1896, verstorbene kommissarische Bezirksamtmann von Langenburg, v. Eltz, zwar noch nicht aufgefunden hatte, deren Vorhandensein in der nordwestlichen Umgebung des Sees er nach dem häufigen Auftreten kleiner Kohlenbröckchen in mehreren in den See mündenden Flüssen aber glaubte annehmen zu dürfen.
Die Dauer der Reise war auf ein Jahr berechnet. Als Zeitpunkt für die Ausreise war Mitte November 1895 in Aussicht genommen.
Nachdem ich mich zur Uebernahme der Aufgabe bereit erklärt hatte, verblieben mir bis zu dem für die Ausreise angesetzten Termin noch einige Monate Zeit, die ich dazu benutzen konnte, um mich auf die Reise vorzubereiten.
Für eine rein bergmännische Untersuchung der Kohlenvorkommnisse würde vielleicht keine sehr weitgehende Vorbereitung erforderlich gewesen sein. Da ich aber von vornherein den Wunsch hegte, neben der rein technischen Untersuchung auch, soweit es mir möglich sein würde, geologische und topographische Arbeiten zu betreiben, blieb mir, der ich bis dahin an die Ausführung einer wissenschaftlichen Reise durch unerforschte Gebiete nicht entfernt gedacht hatte, Mancherlei zu thun übrig.
Die Durchsicht der umfangreichen ostafrikanischen Litteratur, deren geologischer Inhalt noch nicht, wie dies jetzt der Fall ist, in der verdienstlichen und höchst gewissenhaft bearbeiteten Schrift des Dr. Ernst Frh. Stromer v. Reichenbach über „die Geologie der deutschen Schutzgebiete in Afrika“ (München und Leipzig 1896) zu einem übersichtlichen Ganzen zusammengetragen war, nahm viel Zeit in Anspruch. Daneben hatte ich mich mit allgemeiner geologischer und geographischer Litteratur um so mehr zu beschäftigen, als ich nicht Fachgeologe oder -Geograph, sondern in erster Linie Bergbeamter war. F.Frh. v.Richthofen’s „Führer für Forschungsreisende“ und G. Neumayer’s „Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen“ haben mir bei der Vorbereitung besonderen Nutzen gewährt. Beide Werke haben mich auch auf den Reisen später regelmässig begleitet und sind mir hier immer wieder eine Quelle lebhafter Anregung gewesen.
Infolge gütiger Vermittelung des Herrn Dr. Richard Kiepert übernahm es dessen Mitarbeiter, Herr M. Moisel, mich mit den für Reisen im tropischen Afrika als zweckmässig befundenen Methoden topographischer Aufnahmen bekannt zu machen.
Die Königliche geologische Landesanstalt und Bergakademie zu Berlin bot mir dank des freundlichen Entgegenkommens ihres Direktors, Herrn Ge-