Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1910) Meine Reise durchs Eweland
Entstehung
Seite
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XI. Die großen Konferenzen.

l. Die Generalkonferenz der Missionare.

Seit der Generalkonferenz aller Missionare, die bei derInspektions reise von Direktor Schreiber vom 2. 9- Februar ^«D2 gehalten worden war, war es zu einer zweiten nicht wieder gekommen, obwohl dieselbe nach den bestehenden Ordnungen alle drei Jahre stattfinden sollte. Alan hatte sich an den sogenannten Besetzungskonferenzen genügen lassen, die alle Stationsleiter jährlich einmal zusammenführt, um die Besetzung aller Stationen durchzuberaten und bei diesen Gelegenheiten sich auch über brennende Fragen der Arbeit auszusprechen. Und doch wäre eine Generalkonferenz längst fehr wünschenswert gewesen, so mancherlei Mühe, Arbeit und Aosten sie bringen mag und so sehr sie den ordnungsmäßigen Lauf des Missionslebens stört. Die Missionare, die )ahre hindurch in völliger Einsamkeit ihrem alle Aräfte Leibes und der Seele beanspruchenden Beruf leben, oft ohne die Zeit zur allernötigsten inneren Sammlung erübrigen zu können, bedürfen nicht nur der Ausspannung, sondern mehr noch der Anregung und Vertiefung. Und das leistet ihnen die brüderliche Aussprache über alle Zweige der Arbeit. Sie leistet ihnen noch mehr. Jeder Missionar ist für seine Gemeinde Vertreter der Ordnungen, nach denen die Arbeit getrieben wird. Es kann nicht ausbleiben, daß verschiedene Menschen dieselben (Ordnungen verschieden auslegen und handhaben. Die Aussprache bringt das zum Bewußtsein und fördert dadurch die unbedingt nötige Einheitlichkeit des Missions betriebe?. So mußte ich um der Missionare und um der Arbeit willen wünschen, meine Reise mit einer Generalkonferenz abzuschließen. Und wie wertvoll war es für mich und für die künftige Gestaltung der Missionsarbeit, wenn die Eindrücke von den einzelnen Missions stationen noch einmal zn einem Gesamtbilde gefaßt wurden und alles, was mich bewegt hatte, im Areise aller Missionare noch ein­mal durchgesprochen werden konnte, nicht, um uns zu schmeicheln, sondern um alles Ernstes zu prüfen, wo Fehler gemacht waren und welche Änderungen eintreten müßen.