Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1910) Meine Reise durchs Eweland
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

X. Amedzorve, das Herz unserer Arbeit.

I. Weihnachten in Anredzorve.

Ein angeregter Gottesdienst in der unter der Leitung unseres wackern jDaulo Tumidse sich jetzt fröhlich entwickelnden Gemeinde Gbedzigbe-Thochoe beschloß die Visitationstage im Akpafu- bezirk. Gern gedenke ich auch der schönen Stunden in Aolenu und We, wo die Gedanken immer mehr wie von selbst schon von Advent zu Weihnacht umlenkten. In Amedzowe wollte ich ja Weih­nachten feiern.

Aber was war das zuerst für eine Anstrengung, den hohen Amedzoweberg zu erklettern. Und dabei hatten wir einen der bequemsten Wege, den über Gbadzeme, gewählt. Die armen Er­holungsbedürftigen, die sich ihre Erholung mit solcher Anstrengung erkaufen müssen, sind ebensowenig zu beneiden, wie der Missionar, der jedesmal, wenn er zu seinen Außenstationen gelangen will, diesen Weg einmal bergab und dann wieder bergauf inachen muß. Aller­dings ist der Weg zum Teil überraschend schön. Hier geht es über einen Gebirgsbach, dort an einer mächtigen Felswand vorbei, bald öffnet sich der Blick in Täler voll üppigster Vegetation und bald ist man in wundervollster romantischer Einsamkeit. Aber es geht doch immer aufwärts, und nicht auf Parkettboden, sondern auf steinigen Waldwegen, das macht müde und heiß, und man merkt es kaum.