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Mönche zu Haussas, die Könige zu Dorfhäuptlingen, die Sämlen zu Missionsschulen, die Reichstage zu Gerichtspalavern und die Aämpfe zu schlachten mit afrikanischein Ariegsgeheul, und es gab eine so bunte, lustige Abwechslung, daß man nicht müde wurde, zuzusehen. Es hat doch sein Gutes, wenn das Bewußtsein um die Eigenart und das Sondergut der Reformation sich in diesen jungen Christen auf solche Weise fortpflanzt. Sie werden's brauchen, die evangelischen Christen von Ho. Die katholische Kirche hat ihre Hand aucb nach diesem unserm alten Gebiet ausgestreckt, In Banjakoe ^Bankoei baben sie eine große Aapelle gebaut und am l-> Dezember, genau vierzebn Tage nach unserer Jubelfeier, eingeweiht. Der Häuptling hat sie gewähren lassen. Für die alte Gemeinde tut es mir leid, daß ihr die konfessionelle Entscheidung nun nicht erspart bleiben kann- In unserer Arbeit kann uns das nicht beirren. Wir wissen, warum wir evangelisch sind und daß der Sache des Evangeliums auf die Dauer der Sieg bleiben muß. Also vorwärts mit neuer, wo möglich noch größerer Treue als bisher, hinein in die Arbeit des neuen Halbjahrhunderts. „Die Sach' ist dein, Herr Jesu Thrist, die Sach', an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn."
2. Die Jubeltage in Ho.
Auf das Jubiläum in Ho war ich sehr gespannt. Fünfzig Jahre evangelischer Missionsarbeit an einer und derselben Stätte, das ist immer ein Grund zu jubeln, an dieser Stätte aber ganz besonders, wo unter unsäglichen Schwierigkeiten Jahrzehnte hindurch gearbeitet worden war, bis Ho zur Nutter unserer Inlandstationen und durch das fröhliche Leben, das hier herrschte, vielen zum Vorbild wurde! Dann kam mit dem letzten Jahrzehnt ein trauriger Umschwung, ein Nachlassen der Begeisterung, ein verfallen in dumpfe Gleichgiltigkeit, ja, zuletzt ein Liebäugeln mit den Missionaren einer andern Aonfession. Würde die wenig erfreuliche Lage der Gemeinde jetzt die Iubelstimmung der Feier herunterdrücken 7 Ja, durfte sie das? Mußte man nicht alles tun, um die Festesfreude zu heben, und versuchen, durch das Fest die Lauen warm zu machen, die Gleichgiltigen zu begeistern und die Treuen in ihrer Treue zu be festigen? Schon aus diesem Grunde meinten wir alles tun zu müssen, um das Fest möglichst erhebend zu gestalten.