Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1910) Meine Reise durchs Eweland
Entstehung
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Nachdem sie getauft waren, kamen ihre beiden Binder an die Reihe. Wie gern benutzte ich die Gelegenheit, nach der Feier die jungen und die alten Christen mit allem Ernst zu einem christlichen Wandel aufzurufen und die anwesenden Heiden zu bitten, dem Vorbild der Christen zu folgen und sich auch dem Herrn zu ergeben.

Wie jede Christengemeinde sich morgens und abends zur Andacht im Schulhause sammelt, so auch die Gemeinde von Le. Die Leute ließen es sich trotz der vorgerückten stunde nicht nehmen, auch diesen Tag mit gemeinsamer Andacht zu beschließen, und dann zogen sie singend gerneinsam im Dunkeln zurück ins Christendorf. Als da die Töne unserer christlichen Lieder so voll und schön durch die Nacht erklangen, im seltsamen Gegensatz zu dem sonst so gewohnten Lärm der Trommel und dem einförmigen Singsang der Heiden, da lernte ich die Macht des Gesanges für die Mission verstehen und begreifen, daß man von der Familie eines unserer alten Lehrer sagt, sie habe das Evangelium in die Herzen der Aekier hinein gesungen.

Am nächsten Tage kamen wir durch unsere Außenstationen Agudeve, Govie und Beme und am übernächsten s^Z. November) über La wie und palime nach dem Agu, dessen prachtvolle Gestalt uns schon von weitem entzückt hatte. Hier waren nicht nur die Schüler, denen stolz ein jDosauuenchor voranzog, mir zum Empfang entgegengekommen, sondern auch viele Christen aus der Gemeinde. Sie ließen es sich nicht nehmen, meinen Hängemattträgern ihre Last vom Aopf zu heben und mich selbst den oft ziemlich steilen Bergpfad bis an die Treppe des Missionshauses hinaufzutragen. Und als wir durch das Christendorf kamen, da wollte das Winken und Grüßen und dasO?a, 6?^, (Willkommen) kein Ende finden.

2. Auf den Höhen des Agu.

Weithin schweift der Blick von der Hauptstation Agu über die Ebene, nach Norden hin zum Togogebirge mit seinem hellblitzenden Crednerfall, nach Westen hin zu den Höhen von Amedzowe und dahinter von j?eki, nach Südosten zum sagenumwobenen Adaklu und nach Süden in das schier unendliche Flachland. Ich weiß nicht, wann dieser Blick schöner ist, des Morgens, wenn die Sonne noch von der hohen Baumannsspitze verdeckt wird und in der Tiefe die Nebel wie weiße Wolken schweben, oder abends, wenn die Sonne