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5. Anloga und An^ako.
Anloga, eine Hochburg des Heidentums, die vor wenigen fahren noch dein Evangelium hartnäckig Widerstand leistete und jeden Übertritt zum Christentum mit wütendstem Haß und handgreiflicher Mißhandlung lohnte, die aber jetzt anfängt, sich dem Evangelium zu öffnen, mußte ich unbedingt sehen. Sie wurde das Ziel meiner ersten Außenstationsreise am 7. Oktober l9^v- Der Weg führte durch die Region der Aokospalmen auf der schmalen Nehrung zuerst nach Dzelukowe mit seinem aufblühenden Kindergarten, dann über Tegbui nach Woe, der Gemeinde des begabten Aatechisten David Besa, den in seinem Heim kennen zu lernen mir besonders wichtig war. Schon auf dem Missionsfeste in Aeta hatte ich seine Schlagfertigkeit im Reden beobachtet, hier in !Voe sah ich von neuein, mit welcher Leichtigkeit und Sicherheit der Mann seine Gemeinde anzufassen wußte. So lud ich ihn für den nächsten Morgen zur Heidenpredigt nach Anloga.
Don den mancherlei Anregungen des Tages ermüdet, lag ich weltvergessen in meiner Hängematte und lauschte den Gesprächen meiner Träger. — Mit einemmal fuhr ich erschreckt hoch. Ein hundertstimmiges "^VelLome Inspecror" tönte mir entgegen. Die Schule von Anloga war mir mit Palmen in den Händen entgegengezogen, und singend geleitete sie mich ins Lehrerhaus, wo unser Nachtquartier sein sollte. Freudestrahlend begrüßte uns der wackere Lehrer John Tay mit seiner Frau, die uns willig ihre beste Stube ein- oder besser ausgeräumt hatten. Schnell waren die Betten aufgeschlagen und durchs Moskitonetz geschützt. Dann machten wir uns besuchsfertig, Freund Tay setzte sich seine bunte Studentenmütze auf, die ein lustiger Für irgendwo einmal abgelegt hatte, und nun