nesen und 250 Chinesen, darunter Berittene, Radfahrer und Geheimpolizisten; in Tientsin hatte die französische Konzession 1912: 117 Mann Polizei, die österreichische etwa 100; die britische Konzession in Hankau zählte 1912: 3 englische Polizisten, 30 indische Sikhs, 70 Chinesen; die französische 32 Annamiten, 32 Chinesen. Natürlich stehen diese kleinen Truppen stets unter europäischer Leitung.
Von der Verteidigung der Bahnzonen und der japanischen Konzessionen in Korea war bereits die Rede. Die Japaner haben überall den Grundsatz, die Polizei ihren Konsulaten zu unterstellen, den sie auch in Korea befolgt haben. Es wohnen übrigens so zahlreiche Landsleute in ihren Ansiedlungen, darunter so viele, die selbst strengster Überwachung' bedürfen, daß ihrer Polizei eine besondere Wichtigkeit auch für diese zukommt, und es begreiflich ist, wenn sie eine scharfe Regierungskontrolle über sie ausüben. Das ist noch aus einem anderen Grunde notwendig: besonders in der Mandschurei gab es wiederholt Zusammenstöße zwischen chinesischen und japanischen Polizeibeamten, von denen diese oft als Draufgänger bekannt sind und ihre Überlegenheit gegenüber der zivilen und chinesischen Bevölkerung gern zum Ausdruck bringen. Natürlich hat es die japanische Regierung auch viel mehr als jede andere in der Hand, durch den ihr zur Verfügung stehenden Großmachtapparat Zwischenfälle herbeizuführen und hintanzuhalten, wie sie in den letzten Jahren ständig an der Tagesordnung waren.
Die Chinesen haben in ihren Konzessionen in Korea seit dem chinesisch-japanischen Kriege überhaupt keine Truppen und keine nennenswerte Polizei. Seit der Angliederung Koreas an Japan haben überhaupt alle fremden Konzessionen und Niederlassungen die Ausübung der Polizei den Japanern überlassen.
6. Wirtschaft und Wirtschaftspolitik.
Die Konzessionen sind nicht wie die Kolonien Mittelpunkte einer selbständigen Wirtschaftspolitik, denn sie verfügen ja über kein Gebiet, das sie zu deren Schauplatz, und über kein Organ, das sie zu deren Träger machen könnten. Selbst die Bahnkonzessionen lehnen sich an das russische und japanische Kolonialgebiet an, dem sie vorgelagert sind, und im Mittelpunkte der Tarifpolitik der Bahnen sind Wladiwostok und Dairen. Dennoch sind natürlich die Konzessionen von höchster Wichtigkeit für den Handel Chinas, der Konzessionärstaaten und der übrigen am ostasiatischen Handel beteiligten Länder. Bestehen doch Konzessionen an 14 von den 44 geöffneten Plätzen