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Hafenkolonien und kolonieähnliche Verhältnisse in China, Japan und Korea : eine kolonialpolitische Studie / von Ernst Grünfeld
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es scheint übrigens, daß die französischen Konsuln nicht mutwillig von ihrem Einspruchsrechte Gebrauch gemacht haben. Klagen über Mißwirtschaft in einzelnen Konzessionen fehlen nicht, und daß hie und da Cliquenwirtschaft einreißt, ist bei der Kleinheit der Verhält­nisse, um die es sich handelt, begreiflich.

4. Finanzen.

Die Finanzen der Konzessionen beanspruchen nicht dasselbe Interesse wie die der Kolonien, da es sich hier bloß um Gemeinde­verwaltungen handelt, die denen in der Heimat sehr ähnlich sehen. Der Unterschied liegt nur in der Verschiedenheit der Rechtsverhält­nisse und in der Anlehnung der Finanzwirtschaft in den Konzessionen an die chinesischen und kolonialen Verhältnisse, mit denen sie zu rechnen haben. Um ein beiläufiges Bild dieser Finanz Wirtschaft zu geben, seien hier einige Beispiele angeführt.

Den größten Haushalt führt die französische Konzession in Schanghai. Es betrugen ihre Einnahmen in Taels (ohne cts.) aus:

1911 (tatsächlich) i g i z (Voranschlag)

Steuern......... 282750 281700

indirekte Abgaben..... 146532 159600

Konzessionsgebühren für Bewil­ligungen, Marktbenutzung u.

dergl.......... 52515 55200

Kaiabgaben u. Abgaben d. ge­meinnützigen Unternehmun­gen .......... 78021 73080

Verschiedenen Einnahmen .. 20238 28085

Zinsen.......... 1304 2 400

Schlachthof........ I o853 11000

Zusammen: 592217 611085

Die Steuern sind eine Grundsteuer und eine Mietsteuer für Wohnungen, sowie eine Steuer auf unbebaute Gründe. Die indirekten Abgaben sind auf allerhand Dinge, meist chinesische Vergnügungs­lokale und auf die örtlichen Verkehrsmittel gelegt. Der dritte Posten beruht zum größten Teil auf den Kai-Abgaben und enthält auch einige Tausend Taels als Einkünfte von den Straßenbahn-, Wasser- leitungs- und Gas-Gesellschaften, sowie von der Vermietung eines Marktes.

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