110 Der häusliche Beruf, — Hausdame — Haushälterin.
Der KäusUcke Kerus.
Hier kommen wir zu einem interessanten Thema und zu einem Gegenstande, den ich froheren Herzens berühre, als alle anderen, weil der häusliche Beruf der einzige ist, der einigermaßen Aussicht auf Erfolg bietet, wenn auch vielfach schwere Enttäuschungen mit ihm verknüpft sind, und wenn auch in zahlreichen Fällen große Selbstverleugnung geübt werden muß. Wer vorwärts kommen, wer überhaupt leben will, der muß sich damit abzufinden verstehen. Jedes Land hat seine Eigentümlichkeiten und die Berechtigung dazu; und wer durchaus nur nach heimischem Maßstabe leben will, der muß nicht fremde Länder aufsuchen.
Wer die bisherigen Ausführungen sich aufmerksam zu Gemüte geführt hat, der wird sich schon fast selbst ein Bild entwerfen können von der häuslichen Stellung der gebildeten Erwerbsbeflisseneu. Ich will flüchtig die Punkte rekapitulieren, die unseren Damen Hinweis sein dürften: 1. das Fehlen der Haushaltsschulen und damit der Einschätzung in die gebildeten Berufsarten; 2. die geringere Anzahl von Dienstboten im Mittelstande, wodurch eine von der deutschen verschiedene Abstufung der Hausangestellten bedingt wird; 3. die Bereitwilligkeit und Selbstverständlichkeit, mit der selbst gebildete und wohlhabende Hausfrauen ihre gesamte Hausarbeit selbst verrichten, wodurch ein Hinweis seitens einer Hausangestellten Dame, als ob dies oder jenes unter ihrer Würde sei, wie eine Absurdität anmutet.
Hausckame — Haushälterin.
Wenn ich nicht irre, so unterscheidet man in Deutschland die Haushaltsleiterinnen nach ihrem Bildungsgrade