106 Der kaufmännische Beruf.
jüngste Kind, ein Mädchen von acht Monaten, adoptiere, damit es nicht verhnngere. Ich versuchte das Würmchen unterzubringen, da hatte Gott eiu gnädiges Einsehen und nahm es zu sich.
Es würde unbegreiflich scheinen, wie ein Mensch überhaupt sich für eine solche Karriere entscheiden kann. Aber es ist die Hoffnung, einmal doch als großes Licht am Bühnenhimmel zu glänzen — ach Gott, diese Hoffnung! Einer Frau habe ich einst beigestanden, ein Klavier zu erwerben, da gab sie denn Klavierstunden billig — es war doch Brot für sie und ihr Kind. Diese Dame hatte das Konservatorium absolviert, man entdeckte eine gute Singstimme an ihr, da ließ sie sich überreden, gegen den Willen der Eltern zur Bühne zu gehen; sie zogen dann die Hand von ihr ab — diese Frau hat entsetzliche Schicksale erlebt!
Im Interesse solcher Leute habe ich es immer geradezu sündhaft gefunden, wenn gefeierte Bühnengrößen ihre fabelhaften Einkünfte verschleudern, wie man Sand um sich streut, obwohl es sonst nicht mein Prinzip ist, einein Menschen den Gebrauch seines Geldes vorschreiben zu wollen, oder den Mißbrauch desselben ihm zu verübeln. Nur in diesem einen Falle wünschte ich etwas mehr Solidarität; um der absoluten Hülflosigkeit der Betreffenden willen, und dann wegen der allzu naheliegenden Versuchung, sein Los zu bessern, indem man auf feine anständigen Grundsätze verzichtet.
Der KaukmänniscKe Kerus.
Von der Erwägung ausgehend, daß das amerikanische Volk vorwiegend eine Nation des Handels repräsentiere^ daß Geschäftsgeist das Fluidum sei, das alle Verhältnisse