Die Photographie.
103
anstalten, für die der Amerikaner eine geradezu zärtliche Schwäche selbst dann haben würde, wenn sie weniger Gutes leisteten, als es tatsächlich der Fall ist. Alles dies schützt die hier einheimische Erwerbende — sei sie gewerblich tätig, sei sie Künstlerin im idealsten Sinne — davor, zur Boheme hcrabzusinken, von der mir in Gestalt Eingewanderter schon recht unsympathische Exemplare vor Augen gekommen sind. Für Boheme, sei sie nun gewollt oder durch die Not ausgezwungen, hat man hier absolut keine Sympathie. Man verlangt hier entschieden ein gänzlich unauffälliges Wesen, eine gut bürgerliche Wohlanständigkeit im Äußeren und iu der Lebensweise. Und solange ein Beruf nicht wenigstens diese unbedingt garantiert, so lange ist es nicht ratsam, das Wagnis zu unternehmen, auf gut Glück hierherzukommen.
vie VKotograpKie.
Als die Photographie zuerst als weiblicher Erwerbszweig hier in Erwägung kam, da schien sich ein weites Feld zu eröffnen. Aber an der Pforte harrten Legionen des ersehnten Einlasses, und ein verhältnismäßig kurzer Zeitraum hat genügt, auch ihn der langen Liste der überfüllten Berufe anzureihen. Wenigstens hatte ich gerade jetzt wieder Gelegenheit, eine kleine Umfrage zu veranstalten im Interesse einiger meiner Leserinnen in Kanada, die sich den Vereinigten Staaten zuwenden wollten. Obwohl mir bekannt, daß andere Leserinnen vergebens um Beschäftigung in diesem ihrem Berufe sich bemüht hatten, und obwohl ich eine Dame kenne, Experte im Fach, die zu dauerndem Verbleib uach Deutschland zurückgekehrt ist, wollte ich dennoch nicht entmutigend antworten, ehe ich 'genauen fachmännischen Bescheid