Reisebegleitern!. g5
Wille zu Kompromissen fehlt, da kommen Unzuträglichkeiten heraus. Die beiderseitigen Auffassungen über das Wesen dieser Stellung sind allzu verschieden.
Keisebegleiterin.
Das ist eine außerordentlich beliebte Stellung seitens unserer gebildeten Damen, nur waltet reichlich Naivität hinsichtlich des Wesens der Stellung selbst nnd der Nachfrage. Die letztere ist nämlich gleich Null. Denn erstens finden sich, falls es ja wünschenswert erachtet würde, gewiß in der Reisenden nächster Umgebung gar viele, die einer Reise unter irgendwelchen Bedingungen nicht abhold wären; und zweitens sind die Einrichtungen auf See wie zu Lande derart, daß die nötigste Bedienung (auf Dampfern wie in Hotels) vorgesehen ist. Und wer mehr bedarf, der hat eigene Dienerschaft, die auch mitreist. Dazu beabsichtigen unsere stellensuchenden Damen keineswegs, persönliche Bedienung zu leisten — o nein! zur Kammerjungfer sich zu erniedrigen, sind sie nicht gewillt —; wozu aber sollte bei den heutigen vorgeschrittene,? Reisebequemlichkeiteu jemand eine fremde Person mitschleppen, wenn nicht zu diesem Zwecke? Erst ganz kürzlich schrieb mir eine Dame, ob ich ihr behlllslich sein könne zur Erlangung einer Stellung als Reisebcgleiterin; sie möchte die Städte des amerikanischen Kontinents kennen lernen, ohne daß es sie etwas koste; sie wolle also mit einer reichen Dame reisen, sie sei sehr unterhaltend, wieviel wohl das Gehalt betrüge? viel beanspruche sie uicht bei vollständig freier Reise; persönliche Bedienung natürlich ausgeschlossen. So viel Naivität wirkt erheiternd! Das Reisen ist für reiche Leute heute so raffiniert vollkommen,